Film sucht Zielgruppe

Animationsfilme sind aus einem unerfindlichen Grund zwangsläufig mit Kindern und Jugendlichen als Zielgruppe verbunden. Und genau das ist das Problem von PLANET 51. Angesichts der süßen und liebenswerten Charaktere könnte man meinen, die Zielgruppe sei klar definiert. Auf der anderen Seite bietet PLANET 51 aber zahlreiche Anspielungen auf Filmklassiker wie 2001: ODYSEE IM WELTRAUM. So wird dessen Filmmusik eingespielt, als der Astronaut Chuck zum ersten Mal auf dem Planeten landet, auf dem die vermeintlichen „Aliens“ leben. Zudem deutet bereits der Filmtitel auf die Area 51 hin, ein militärisches Sperrgebiet in Nevada, in dem angeblich außerirdische Lebensformen und Raumschiffe gelagert werden. Es gibt eine Alienhotline für den Fall, dass Außerirdische gesichtet werden (man sollte nicht meinen, dass es auch in Deutschland eine Ufo-Meldestelle gibt), ebenso einen Notfallplan für den ATTACK OF THE 50 FOOT WOMAN (1958). Weitere Filmeinflüsse sind E.T. , APOLLO 13, STAR WARS und → einige andere mehr. Anstatt sich also etwas Neues einfallen zu lassen,  reiht der Animationsfilm Klischee an Klischee, Filmreferenz an Filmreferenz. Und diese Anspielungen erkennt man noch nicht als Kind, weil man in diesem Alter noch keinen der genannten Filme gesehen hat.

© Sony Pictures Home Entertainment

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Die eigentliche Handlung wird in der Alienklischeekiste eingebettet und erscheint eniger wichtig. Daher ist sie auch die typische Tölpel-wird-Held-Geschichte. Der Außerirdische Lem (Stimme von Justin Long) hat es gerade geschafft in einem Observatorium einen Job zu bekommen, da kommt es zu einem Zwischenfall. Im Garten von Lems Familie landet das Raumschiff des Astronauten Chuck Baker (Stimme von Dwayne Johnson), der sich so von den „Aliens“ fürchtet, dass er ins Observatorium flüchtet, in dem sich Lem gerade aufhält. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werden die beiden Freunde und Lem muss Chuck fortan verstecken, denn das Millitär ist hinter Chuck her. Sie fürchten, Baker wolle die Herrschaft über den Planeten erlangen. Kurzum eine Geschichte, die man schon tausendmal gesehen hat. Zugegeben, die potenzielle Zielgruppe wahrscheinlich noch nicht. Ja, der Ansatz die Angst vor Aliens umzukehren und die Menschen zu Aliens zu machen, ist spannend. Und ja, manche Witze sind tatsächlich lustig – sofern man sie eben auch versteht. Aber ein schlüssiges Gesamtkonzept gibt es nicht. Dies merkt man bereits zu Beginn des Films, als man in der Eröffnungsszene „Lollipop“ hört. Was dieses Lied mit Weltraum und Aliens zu tun hat, wird für immer ein großes Mysterium bleiben. Ein klarer Fall von Themaverfehlung oder wie man auch immer die Tatsache formulieren möchte, dass dieser Film kein durchgehend überzeugendes Gesamtkonzept hat und sich lediglich bei anderen Filmklassikern bedient.

08-15-Animationsfilm ohne Stärken (2.5/6)

Trailer: © Sony Pictures Deutschland