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Kritiken zu Filmen, Serien und NT Live-Übertragungen

Abenteuerfilm, Action, Fantasy

Valerian and the City of a Thousand Planets (DA, 2017)

© Universum

Es ist bislang der teuerste französische Film. Umgerechnet 210 Millionen US-Dollar kostete Luc Bessons Sci-Fi-Abenteuer. Der Regisseur von Klassikern wie LÉON – DER PROFI und DAS FÜNFTE ELEMENT widmet sich dieses Mal der Comicreihe „Valérian et Laureline“, die STAR WARS-Regisseur George Lucas und sein STAR WARS-Team nicht nur im Bezug auf das Setdesign nachhaltig inspiriert hat. Im 28. Jahrhundert lebt ein Großteil der Menschheit im All auf dem gigantischen Raumschiff Alpha. Dort leben sie mit verschiedenen Spezies in Frieden zusammen.

Filmstill von Clive Owen als Commander Arun Filitt in VALERIAN

© Universum

Die Spezialagenten Valerian (Dane DeHaan) und seine Kollegin Laureline (Cara Delevingne) sollen ein wertvolles Geschöpf sicherstellen. Der Transmulator, ein handgroßes putziges Tierchen, dass Gegenstände kopieren kann, führt die beiden Gesetzeshüter nach Alpha.  Die Bewohner haben ihr Wissen vereint und nutzen es zum Vorteil für alle. Doch Kommandant Arun Filitt (Clive Owen) glaubt, die Raumstation werde von einem Virus verfressen, da im Inneren plötzlich eine radioaktive Zone aufgetaucht ist, die sich permanent vergrößert. Valerian und Laureline sollen herausfinden, was los ist. Kurz darauf wird Laureline vom verrückten Diktator Boulan Bathor III (Roman Blomme) gekidnappt. Die Spur führt Valerian direkt ins Rotlichtviertel Paradise Alley. Dort begegnet er der Gestaltwandlerin Bubble (Rihanna), die ihm bei der Befreiung von Laureline helfen möchte.

Verwandlung und Vervielfältigung

Man sieht sofort, wo das viele Geld gelandet ist: Bei den Special Effects. Das Setdesign, die Vielfalt an Alienrassen – Luc Besson schrieb im Vorfeld des Drehs ein 600-Seiten-Buch über die 200 Rassen, die im Film zu sehen sind, damit die Schauspieler wissen, wie sie die Rollen zu spielen haben – und die animierte Flora und Fauna sind nicht nur dem Wortsinn nach fantastisch.

Filmstill aus VALERIAN, Lïhio-Minaa (Sasha Luss) flüchtet vor herabfallenden Wrackteilen, Copyright Universum

Der Planet der Pearls wird zerstört – © Universum

Eine positive Überraschung ist Rihanna, die in der zweiten Filmhälfte auftaucht. Sie spielt eine Gestaltwandlerin, die sich im Rotlichtviertel mit burlesquen Tänzen ihr Geld verdient. Auch die Pearls, die durch die langen blauen Körper und ihr Leben im Einklang mit der Natur etwas an James Camerons Na’vi erinnern, sind sofort sympathisch. Beeindruckend sind auch die Kulissen. Der große Markt, der wie eine lebendig gewordene, grell blinkende Version von Amazon wirkt, aber auch das Raumschiff-Konglomerat Alpha mit seinen verschiedenen Bewohnern ist ein wahrer Augenschmaus.

Ich liebe dich. Ich will dich heiraten. Jetzt sofort. Am besten gleich.

Die Stärken in der Optik können allerdings nicht das wettmachen, was im Drehbuch verbrochen wurde. Die Wortwechsel, insbesondere die von Valerian und Laureline, sind einfach nur furchtbar. Die gestelzten Dialoge sind in Teilen schlichtweg nervig.

Filmstill aus VALERIAN, Valerian (Dane Dehaan) und Laureline (Cara Delavigne), Copyright Universum

Valerian (Dane Dehaan) und Laureline (Cara Delavigne) – © Universum

Wenn Valerian seiner Kollegin Liebesbekundungen um den Ohren haut, ist das schon sehr nahe an der Grenze zum Fremdschämen. Hinzu kommt, dass zwischen Dane DeHaan und Cara Delevingne absolut keinerlei Chemie herrscht und die Liebesschwüre und seine Sorge um ihr Wohlergehen unglaubwürdig wirken. Dane DeHaan, dessen Figur laut Laurelines Charakterbeschreibung eigentlich ein Frauenheld sein soll, wirkt optisch völlig fehlbesetzt. Besonders in der Burlesque-Szene mit Rihanna wirkt er mehr wie ein schüchterner Schuljunge, der versehentlich in die falsche Straße abgebogen ist. Den toughen Agenten nimmt man ihm nicht immer ab.

3.5/6 bzw. 6/10

Trailer: © Universum Film

  1. Ja, ging mir ähnlich wie dir. Der Film hat viele nette Ideen, aber das große Ganze kommt nicht so richtig rüber. Ich mochte zwar DeHaan und Delevingne ein bisschen mehr als du, aber dem Film hat einfach der richtige Pepp gefehlt. Was schade ist, wenn man sich die Vorlage mal anschaut.

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