Ein würdiger Abschluss oder: Endlich vorbei!

Natürlich haben sie ihn angerufen und gefragt, ob er noch einmal für einen dritten Film zur Verfügung steht. Liam Neeson antwortete: → „I’ll do it… but only as long as nobody gets taken.” Und die Autoren schrieben ein Drehbuch, bei dem tatsächlich bis auf eine kurze Szene niemand entführt wird. Bryan Mills (Liam Neeson) pflegt immer noch ein gutes Verhältnis zu seiner Tochter Kim (Maggie Grace). Auch mit seiner Exfrau Lenore (Framke Janssen) versteht er sich blendend. Die erzählt ihm von ihren Eheproblemen mit Stuart St. John (Dougray Scott). Lenore und Bryan haben immer noch Gefühle füreinander, wollen aber weiterhin nur Freunde bleiben. Am Morgen darauf bekommt Bryan eine SMS von Lenore, die ihn in seinem Appartment treffen möchte. In seiner Wohnung angekommen, findet er ein blutiges Messer im Flur und Lenore mit aufgeschlitzter Kehle im Bett. Kurz darauf stehen zwei Polizisten in der Wohnung um Bryan festzunehmen, doch ihm wird klar, dass ihm der Mord angehängt werden soll. Er überwältigt die Polizisten, taucht unter und kontaktiert Kim. Währenddessen übernimmt Franck Dotzler (Forest Whitacker) die Untersuchungen im Fall Lenore St. John. Obwohl er Bryans Umfeld und dessen Vergangenheit durchleuchtet, findet er wenig Brauchbares und auch kein klares Motiv. Doch Bryans Ermittlungen ergeben bald, dass er den Verantwortlichen sogar kennt.

Franck Dotzler (Forst Whitaker) – © Universum

Gelungener Abschluss der Trilogie

Die Neuausrichtung der Serie tat ihr sichtlich gut. Anstatt ein weiteres Familienmitglied von Bryan Mills zu entführen, konzentriert sich die Handlung auf den guten, alten „Protagonist wird zu Unrecht des Mordes beschuldigt und versucht im Alleingang seine Unschuld beweisen“-Plot. Gut, das ist nicht unbedingt innovativ, aber im  Vergleich zu Teil 1 („naja, war ganz okay„) und Teil 2 („was soll denn das bitte?„) gibt TAKEN 3 inhaltlich am meisten her. Zudem erfährt man auch etwas über Mills‘ Vergangenheit. Als Gegenspieler konnte Forest Whitacker verpflichtet werden, der ebenfalls den nötigen frischen Wind in die Trilogie bringt und dessen Job es ist, hinter Mills aufzuräumen. Allerdings ist seine Rolle auch sehr widersprüchlich. Obwohl er Bryans Theorie für eine Intrige glaubt, möchte er ihn trotzdem verhaften, weil, naja, weil Polizisten das halt so machen. Erstmal den Unschuldigen einsperren um sich dann um den Schuldigen zu kümmern.

Kim (Maggie Grace) und Stuart St. John (Dougray Scott) – © Universum

Weitere Logiklöcher finden sich zuhauf. Der Größte ist abermals die Besetzung von Maggie Grace als Neesons Tochter. Aber auch das grundlegende Verhältnis zwischen Lenore, Bryan und Kim ist immer noch zu gut. Wenn man mal bedenkt, dass Kim in Paris beinahe an Menschenhändler verschachert wurde und Lenore und Bryan in Istanbul ebenfalls beinahe das Zeitliche gesegnet hätten, ist die Stimmung immer noch erstaunlich gut. Keiner ist in Therapie, Lenore ist trotz Ehekrise nicht wirklich verzweifelt oder traurig. Allen geht es prächtig – Charakterentwicklung nahe null Prozent. Auch das Filmende ist im Grunde die Definition für „Friede-Freude-Eierkuchen“. Dennoch ist TAKEN 3 ein solider Actionfilm, kurzweilig und unterhaltsam.

(4/6)

Trailer: © Universum