Uncle Frank (2020)

Bei einem meiner Ausflüge in die unübersichtliche Welt von Amazon Prime Video bin ich über UNCLE FRANK gestolpert. Erzählt wird die Geschichte von der jungen Beth Bledsoe (Sophia Lillis), die 1973 ihre ländliche Heimatstadt verlässt um an der New York University zu studieren. Ihr Onkel Frank (Paul Bettany) ist dort ein beliebter Literaturprofessor. Beth findet heraus, dass Frank schwul ist und mit seinem langjährigen Partner Walid „Wally“ Nadeem (Peter Macdissi) zusammenlebt. Von Wally wissen nur wenige Verwandte. Nach dem überraschenden Tod von Franks Vater – Beths Großvater – sieht sich Frank gezwungen, mit Beth im Schlepptau widerwillig zur Beerdigung nach Hause zurückzukehren und sich endlich einem lange verdrängten Trauma zu stellen.

Szenenbild aus UNCLE FRANK (2020) - Frank (Paul Bettany) - © Brownie Harris / Amazon Studios
Frank (Paul Bettany) – © Brownie Harris / Amazon Studios

Oscarmaterial

Ein bißchen erschrocken bin ich dann doch über das Miramax-Logo, schließlich verbinde ich Miramax immer noch mit Harvey Weinstein. Und auch wenn der Produzent inzwischen hinter Gittern ist, lässt sich eine gewisse Handschrift auch bei UNCLE FRANK nicht verleugnen. LGBTQ-Geschichte? Check. Herzerwärmendes Drama? Check. Erstklassisches Schauspiel? Check. Man kann den Oscarbait förmlich riechen. Zumindest dachte ich mir das, als ich den Trailer gesehen habe. Aber was soll ich sagen… mich hat die Geschichte dennoch berührt. Das liegt in erster Linie an der fantastischen Besetzung. Insbesondere Sophia Lillis und Peter Macdissi sind für mich absolute Neuentdeckungen.

Szenenbild aus UNCLE FRANK (2020) - Paul Bettany and Peter Macdissi star in UNCLE FRANK Photo: Brownie Harris Courtesy of Amazon Studios
Frank (Paul Bettany) und Wally (Peter Macdissi) – © Brownie Harris / Amazon Studios

2 Worte: Paul Bettany

Und dann wäre da auch noch Paul Bettany, der grandios aufspielt. Dessen Porträt von Frank hat mich richtig mitleiden lassen. Er trägt den Film fast mühelos allein, lässt aber auch den anderen genügend Raum zum Glänzen. Einziges Manko ist vielleicht das Filmende von UNCLE FRANK, das dann doch wenig überraschend daher kommt. Das ist aber wirklich Jammern auf hohem Niveau. Alan Balls Geschichte, hier in Doppelfunktion als Autor und Regisseur, die teilweise auch auf wahren Begebenheiten beruht, trifft genau den richtigen Ton und geht ans Herz. Häufig ist mir auch gar nicht aufgefallen, dass die Handlung in den 70ern spielt, weil die Geschichte auf mich sehr zeitlos gewirkt hat.

UNCLE FRANK ist ein Amazon Original Movie und als solcher im Amazon Prime-Abo enthalten.

5.5/6 bzw. 9/10

Bewertung: 5.5 von 6.
Trailer: © Amazon Prime

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