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Kritiken zu Filmen, Serien und NT Live-Übertragungen

Abenteuerfilm, Fantasy, Horror

The Mortal Instruments: City of Bones (2013)

©Constantin

Es gibt Young-Adult-Filme, die man sich schenken kann. CITY OF BONES gehört zu dieser Sorte. Basierend auf der gleichnamigen Buchserie der Amerikanerin Cassandra Clare geht es um eine Welt, die von Vampiren, Werwölfen, aber auch Menschen mit Engelblut bevölkert wird. Diese Wesen beschützen die Menschen vor diversen Bedrohungen. Doch davon ahnt die 15-jährige Clary Fray (Lily Collins) nichts. Zusammen mit ihrem guten Freund Simon (Robert Sheehan) verbringt sie ein unbeschwertes Leben als Teenager in Brooklyn. Doch sie beginnt immer wieder unbewusst ein Symbol zu zeichnen. Als sie schließlich das Symbol auf dem Schild eines Clubs sieht, überredet sie Simon mit hineinzukommen. Dort trifft sie auf den mysteriösen Jace (Jamie Campbell Bower), der nur für besondere Personen sichtbar ist. Als kurz darauf auch noch das Haus durchsucht und ihre Mutter Jocelyn (Lena Headey) entführt wird, kommt Clary dem Geheimnis ihrer Familie auf die Spur. Ihre Mutter und auch sie selbst sind sogenannte Schattenjäger, einen Wesen zwischen Engel und Mensch. Clary und Simon finden Asyl in einem Institut für Dämonenjäger. Zusammen mit Jace und den Geschwistern Isabelle (Jemima West) und Alec Lightwood (Kevin Zegers), macht sich Clary auf die Suche nach dem Kelch der Engel. Den machtvollen Kelch hatte Jocelyn einem mächtigen Schattenjäger namens Valentine Morgenstern (Jonathan Rhys Meyers) abgenommen, der den Kelch für üble Zwecke nutzen möchte.

Jace (Jaime Cambell Bower) und Clary (Lily Collins) – © Constantin

Kein eigener Stil

Das große Problem von CITY OF BONES ist, dass er zu sehr an andere Fantasy-Reihen erinnert und selbst keinen eigenen Stil hat. Insgesamt wirkt der Film sehr unstrukturiert. Als habe man sämtliche Erfolgsrezepte in einen Mixer gesteckt und kräftig herumgerührt. „Mundie“ nennt der Schattenjäger einen gewöhnlichen Menschen, was stark an den Terminus der „Muggel“ aus dem HARRY POTTER-Franchise erinnert. Werwölfe und Vampire kennt man bereits aus TWILIGHT ebenso wie die Liebesdreiecksgeschichte. Trotz einem packendem Auftakt verzettelt sich der Film zusehens in Belanglosigkeiten. Anstatt die Welt ausführlich zu erklären, welche Allianzen bestehen und welche Regeln gelten, stellt sich der Film mit der eingewebten Liebesgeschichte zwischen Jace und Clary, die mit Simon noch einen weiteren Verehrer hat, selbst ein Bein.

Valentine Morgenstern (Jonathan Rhys Meyers) – © Constantin

Rollen ohne Motivation

Jonathan Rhys Meyers hat die Rolle des machthungrigen Anführers inzwischen perfektioniert. Leider bekommt er kaum Gelegenheit diese voll auszuspielen. Die Charaktere von Isabelle und Alex verkommen zu Statisten. Auch wenn Lily Collins (ATEMLOS – GEFÄHRLICHE WAHRHEIT) die Unwissenheit und den Wahrheitsdrang zu Beginn glaubhaft verkörpert, verkommt ihre Rolle am Ende zum lebendig gewordenen Klischee jedes Young-Adult-Films. Besonders die Rolle von Lena Headey als Clarys Mutter bedarf einer Erklärung. Als sie in Bedrängnis gerät, trinkt sie eine Art Schlaftrunk und überlässt ihre Tochter mehr oder weniger sich selbst. Als abschließende Rechtfertigung dieser Verletzung der Fürsorgepflicht sitzt Clary am Ende neben ihrer schlafenden, gleich aufwachenden Mutter und erklärt, dass sie ihr deshalb verzeihe. Es gibt weder in dieser noch in einer anderen Welt einen Teenager, der so reagieren würde. Handwerklich ist CITY OF BONES eigentlich ganz annehmbar. Der Soundtrack ist packend, Sounddesign und Special Effects sind ebenfalls ganz ansehnlich. Doch auch das beste Handwerk kann eine schlechte Story nicht plötzlich verbessern.

(3/6 oder 5/10)

Trailer: © Constantin Film

  1. Der Film ist wirklich keine gute Umsetzung des Buches. Das Buch hat schon eindeutige Schwächen, aber der Film verstärkt diese nur.

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