Der Anführer des schottischen Heeres Macbeth (Kenneth Branagh) und sein guter Freund Banquo (Jimmy Yuill) haben gerade eine wichtige Schlacht geschlagen, als ihnen drei Hexen erscheinen. Sie prophezeien Macbeth, dass er bald von König Duncan (John Shrapnel) zum „Thane of Cowdor“ ernannt werden und schließlich König werden wird. Bancquo dagegen prophezeien sie, dass er Ahnvater von Königen werden wird. Zunächst schenken beide der Prophezeiung keinen Glauben, bis Macbeth tatsächlich zum „Thane of Cowdor“ ernannt wird. Lady Macbeth (Alex Kingston) ist von der neuen Stellung ihres Mannes mehr als begeistert. Um tatsächlich König zu werden, entschließt sich Macbeth auf Drängen seiner Frau den König umzubringen. Als Dritter in der Thronfolge und nach der Flucht von Duncans Söhnen (Elliot Balchin, Alexander Vlahos) wird Macbeth zum König gekrönt. Er befürchtet aber seine neu erlangte Macht wieder zu verlieren und schickt drei Mörder um Banquo und seinen Sohn Fleance (Patrick Neil Doyle) zu ermorden. Banquo stirbt, aber Fleance kann flüchten. Der König und seine Gattin werden zunehmend wütend und paranoid, weil sie mit dem Blut, dass an ihren Händen klebt, nicht leben können. Gleichzeitig formiert sich in England Widerstand. Die Söhne Duncans sowie der geflohene Edelmann McDuff (Ray Fearon) wollen Macbeth stürzen.

Im Rahmen des Manchester International Festival, dass vom 4. – 21. Juli stattfand, wurde das Stück unter der Regie von Rob Ashford und Kenneth Branagh in der St. Peter’s Church in Manchester aufgeführt. Der ungewöhnliche Spielort hat sowohl Vor- und Nachteile. Der große Vorteil ist, dass das Publikum nah am Geschehen ist. Leider hat der begrenzte Platz zur Folge, dass man teilweise keinen Szenenwechsel erkennt und nicht genau weiß, wo die Szene denn jetzt nun spielt. Die Kämpfe lassen sich durchaus als filmreif bezeichnen, wobei anzumerken ist, dass manche Charaktere äußerst mysteriös sterben. So sticht Macbeth Duncan in den Hals, dieser blutet dann aber am Bauch.

Photo by Johan Persson

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Das Ensemble insgesamt ist aber glaubhaft und überzeugend. Kenneth Branagh und Alex Kingston geben das ehrgeizige und von der Macht zerfressene Ehepaar. Von den Beiden bleibt besonders der finale Showdown und die Schlafwandel-Szene von Lady Macbeth eindrücklich in Erinnerung. Leider fehlen die Untertitel, was es an manchen Stellen gerade für Nichtkenner des Stücks und/oder Nicht-Muttersprachler ein Problem darstellen kann. Im Großen und Ganzen kann man dem Geschehen aber folgen.

 

Fantastischer Cast in ungewohnter Kulisse (4/6)

Trailer: © NT Live