Natürlich gab es eine Fortsetzung. Nachdem der Vorgänger mit so viel Liebe (über 7 Millionen Kinobesucher) und Preisen (u.a. Bambi, Deutscher Comedypreis) überschüttet wurde, war das auch keine Überraschung. Zeki Müller kehrt zurück auf die große Leinwand bzw. in die Goethe-Gesamtschule. Der frisch gebackene Lehrer (Elyas M’Barek) ist von seiner Arbeit total genervt und würde viel lieber ausschlafen anstatt sich um seine Schützlinge zu kümmern. Druck der anderen Art macht ihm Direktorin Gerster (Katja Riemann). Sie möchte das Image ihrer Schule aufbessern, am besten mit einer Kampagne der Bundesregierung. Doch die Kampagne bekommt Gerster nur, wenn ihre Schule auch einen “internationalen Touch” hat. Zu diesem Zweck möchte sie dem renommierten Schillergymnasium die thailändische Partnerschule streitig machen. Das spielt Zeki in die Karten, da er wertvolle Diamanten in einem Kuscheltier versteckt hat, das seine Freundin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) für den guten Zweck nach Thailand geschickt hat. Die Klassenfahrt mit Chantal (Jella Haase), Danger (Max von der Groeben) und anderen Chaoten sorgt für ordentlich Wirbel. Vor Ort treffen sie nicht nur auf stehlende Waisenkinder, sondern auch auf eine Reisegruppe vom Schillergymnasium unter der Leitung von Hauke Wölki (Volker Bruch).

Szenenbild aus FACK JU GÖHTE 2 - Zeynep (Gizem Emre) und Chantal (Jella Haase) - © Constantin
Zeynep (Gizem Emre) und Chantal (Jella Haase) - © Constantin

Fokus auf den schönen Mann

Die Geschichte ist genauso belanglos wie seine Protagonisten. Die komplette Handlung wurde auf Elyas M’Barek ausgelegt. Alles dreht sich um den hübschen Mann, der die pubertäre weibliche Zielgruppe in die Kinos lockt. Natürlich gibt es deshalb eine Szene, in der Zeki nackt im Süßigkeitenautomat steht. Und eine Szene, in der Chantal den halbnackten Lehrkörper betatscht und Mund-zu-Mund-Beatmung macht. Klar. Kennen wir ja alle aus unserer eigenen Schulzeit. Durch den starken Fokus auf Zekis Probleme werden alle anderen Figuren zu Nebenrollen. Der Soundtrack ist ebenfalls voll an die Zielgruppe angepasst. Lena singt “Wild & Free”, Carly Rae Jepsen trällert “Call me maybe”. All das unterstreicht natürlich die Urlaubsstimmung, ist aber auch so aufdringlich und unnatürlich eingebunden, dass man hier den Produzenten durchaus eine kommerzielle Absicht unterstellen kann. Überhaupt geht es hier hauptsächlich ums Verkaufen. Das Product Placement ist super unauffällig. 

Szenenbild aus FACK JU GÖHTE 2 - Zeki (Elyas M'Barek) im Paradies - © Constantin
Zeki (Elyas M'Barek) im Paradies - © Constantin

Es fehlt das Korrektiv

Wer enorm fehlt, ist Herfurths Schnabelstedt als Korrektiv. Schimpfworte wie “Fresse” oder “Arschlöcher” verpuffen im Raum und werden nicht korrigiert. Auch in Sachen Sorgfaltspflicht umgeht der Film sämtliche Normen. Mehrfach werden Charaktere mit Tabletten außer Gefecht gesetzt wie die Lehrerin Ingrid Leimbach-Knorr (Uschi Glas), die nach der Einnahme eines Psychedelikums in die Psychiatrie eingewiesen wird. In Thailand nehmen die Studenten ebenfalls Drogen ein. Auch hier wird nicht eingegriffen. Die Drogen sind hier nur Mittel zum Zweck um die Handlung weiterzubringen, da Zeki durch den Ursprung der Drogen hinter eine Verschwörung kommt, die ihren Namen nicht verdient. Fragwürdig ist auch der Umgang mit dem Schüler Etienne (Lucas Reiber). Etienne hat eine schwache Form des Asperger-Syndroms und deshalb Probleme mit Körperkontakt. Um diese zu überwinden, wirft ihn Zeki über Bord, montiert die Leiter ins Boot ab und zwingt ihn so die rettende Hand von Chantal zu greifen.

Szenenbild aus FACK JU GÖHTE 2 - Gudrun Gerster (Katja Riemann) - © Constantin
Gudrun Gerster (Katja Riemann) - © Constantin

Happy End unter Palmen

Von vornherein ist klar, dass am Ende alles gut ausgehen wird. Allein schon das Urlaubsland Thailand verbreitet Exotik. Wenn man dann auch noch eine Chaostruppe – und ich schließe den Lehrer an dieser Stelle mal mit ein – auf eine andere Kultur loslässt, dann ist die Culture-Clash-Komödie vorprogrammiert. Wenig überraschend ist auch, dass die Schillergymnasler am Ende das Nachsehen haben. Wölki wird gefesselt und mit kompromittierten Bilder erpresst. Wie man das halt so macht. Einem männlichen Lehrer eine Liaison mit einem weiblichen Schüler anzudichten. Hat jeder doch schonmal gemacht. Ist doch alles nur ein harmloser Streich. Auch wenn der Film einige unvorhergesehene Momente und tatsächlich auch ein paar wenige Lacher bietet, ist es nur ein lauwarmer Aufguss des Vorgängerfilms.

2/6 bzw. 3.5/10

Trailer: © Constantin Film