Free Guy (2021)

Wäre FREE GUY nicht im Streamingangebot von Disney+ aufgetaucht, hätte ich den Film wahrscheinlich nie angeschaut. FREE GUY ist aber eine positive Überraschung. Auch wenn er vom Klamauk-Komödien-Regisseur Shawn Levy (z.B. THE INTERNSHIP, NACHTS IM MUSEUM) kommt. Der Protagonist ist der Kassierer Guy (Ryan Reynolds). Jeden Tag wird seine Bank aufs Neue überfallen, aber damit hat sich Guy abgefunden. Eines Tages findet er aber heraus, dass er in Wahrheit in einem Open-World-Videospiel namens „Free City“ lebt. Guy ist ein sogenannter NPC: eine Videospielfigur, die nicht von einem menschlichen Spieler gesteuert wird. Diese Erkenntnis verdankt er der Programmiererin Milly (Jodie Comer), die mit ihrem Avatar in der Spielwelt unterwegs ist um Hinweise gegen den Publisher Antwan (Taika Waititi) sammeln. Dieser hatte Milly und ihrem Kumpel Keys (Joe Keery) damals das Spiel abgekauft und die beiden hinterher über’s Ohr gehauen. Als sich Milly und Guy zusammentun, entschließt sich Antwan „Free City“ abzuschalten, während Milly und Guy alles tun um die Spielfiguren zu retten.

Szenenbild aus FREE GUY - Guy (Ryan Reynolds) und Buddy (Lil Rel Howery) - Photo by Alan Markfield. © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation.  All Rights Reserved.
Guy (Ryan Reynolds) und Buddy (Lil Rel Howery) – Photo by Alan Markfield. © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Eindimensionale Charaktere

Dass Filme über Spielefiguren gut funktionieren (WRECK-IT RALPH) und Verfilmungen von Computerspielen, die wiederum auf Romanvorlagen basieren (z.B. THE WITCHER), florieren, ist kein Zufall. Aufgrund der ähnlichen audiovisuellen Form bietet sich das ja geradezu an. Zudem sind hier die Überschneidungen für Merchandise ebenfalls gegeben. Für das, was FREE GUY sein will, funktioniert er ausgezeichnet. Die Charaktere im Computerspiel sind alle wahnsinnig eindimensional und einfach gestrickt. Bei der Namensfindung war man ebenfalls nicht besonders kreativ. Der beste beste Kumpel von Guy heißt schlicht „Buddy“ (Lil Rel Howery). Trotzdem nimmt man die Figuren ernst.

Szenenbild aus FREE GUY - Millys Avatar Molotov Girl (Jodie Comer) - © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation.  All Rights Reserved.
Millys Avatar Molotov Girl (Jodie Comer) – © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

TRUMAN SHOW meets WRECK-IT RALPH

Das liegt in erster Linie an Ryan Reynolds, der hier reichlich Spielfreude beweist und der sich in dieser mittels Green-Screen-erschaffenen Welt sichtlich wohl fühlt. Selbiges gilt auch für Jodie Comer, die nach ihrem Durchbruch mit der Serie KILLING EVE momentan auch im Kino durchstartet. FREE GUY steckt nicht nur voller Computerspielreferenzen, sondern liefert auch filmische Motive wie die Handlung aus der TRUMAN SHOW. Manchmal aber auch Gadgets aus dem Disney-Filmkosmos. Da das Produktionsstudio 20th Century Fox inzwischen vom Weltkonzern Disney aufgekauft wurde, konnten die Macher hier auch auf das geistige Eigentum von Disney zurückgreifen. So wird hier auch mit Captain Americas Schild (kleiner Cameo von Chris Evans inklusive), Hulks grüner Muskelhand und einem Lichtschwert gekämpft.

Szenenbild aus FREE GUY - Antwan (Taika Waititi), Mouser (Utkarsh Ambudkar) und Keys (Joe Keery) -  © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation.  All Rights Reserved.
Antwan (Taika Waititi), Mouser (Utkarsh Ambudkar) und Keys (Joe Keery) – © 2020 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved.

Seichte Unterhaltung

Ebenfalls von Disney eingekauft wurde auch THOR: RAGNAROK-Regisseur Taika Waititi, der hier mal wieder seine ganze Schrulligkeit in eine Rolle packen kann. Sein Antwan – allein die Schreibweise dieses Namens ist schon brilliant – ist ähnlich eindimensional wie der muskelbepackte In-Game-Gegner Dude, dessen Catchphrase das Wort „Catchphrase!“ ist. FREE GUY ist grundauf solide, tut niemandem weh und unterhält. Seichte Unterhaltung für zwischendurch.

7.5/10

Bewertung: 7.5 von 10.

FREE GUY ist momentan im Abo von Disney+ enthalten.

Trailer: 20th Century Studios

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