Obwohl er eigentlich nicht die finanziellen Mittel dafür hat, erwirbt der Farmer Ted Narracott (Peter Mullan) ein prachtvolles Zuchtpferd. Seine Frau (Emily Watson) ist zunächst wenig davon begeistert, da es sich nicht zur Feldarbeit eignet. Teds Sohn Albert (Jeremy Irvine), der das Fohlen seit seiner Geburt kennt, setzt sich aber in den Kopf das Pferd abzurichten. Er tauft das Pferd Joey und hat Glück: Joey lernt schnell. Dann bricht Krieg aus und Ted muss Joey an die britische Armee verkaufen.

Der Film von Regisseur Steven Spielberg zeigt durchweg wirklich schöne Bilder. Seien es Landschaftsaufnahmen in England oder die Schrecken des Krieges. Alles ist wunderschön anzusehen und auch cinematografisch gut durchdacht. Die Schauspieler sind überzeugend und verleihen ihren Figuren Tiefe. Auch der Soundtrack von John Williams gefällt. Leider sieht es bei der Handlung nicht so rosig aus. Die enge Beziehung zwischen Albert und Joey wirkt in der ersten Hälfte des Films leicht übertrieben, aber noch annehmbar. In der zweiten Hälfte wird es allerdings total unglaubwürdig. Joey, der verwundet auf dem Schlachtfeld liegt, wird von einem britischen und einem deutschen Soldaten befreit, die während dieser Befreiung über den jeweils anderen Schützengraben witzeln. Als ob tatsächlich ein britischer (oder ein deutscher) Soldat sein Leben für ein Pferd riskieren würde. Das Pferd wird unglaublich vermenschlicht. So springt  Joey beispielsweise für ein anderes verwundenes Pferd ein und zieht an seiner statt eine Kanone. Diese Vermenschlichung nimmt irgendwann nur noch groteske Züge an – spätestens als der  Satz „Wir behandeln ihn wie einen Soldaten“ fällt.  Diese Vermenschlichung zeigt sich auch dadurch, dass ständig alle herumstehenden Figuren für das Pferd Spalier stehen.

Noch ein Wort am Rande zum deutschen Titel. Im englischen Original heißt der Film „War horse“ und definiert damit recht klar um was es geht. Um Krieg und um Pferde. Der deutsche Titel erinnert eher an den ersten Herr der Ringe-Teil und ist völlig unpassend. In diesem Fall wäre es besser gewesen, den Orginal-Namen beizubehalten.

Schöne Bilder, aber inhaltlich leider kitschig und unglaubwürdig (3/6)