The Witcher – 1. Staffel (OmU, 2020)

Szenenbild aus THE WITCHER - Staffel 1- Königin Calanthe (Jodhi May) setzt sich gegen Geralt von Rivia (Henry Cavill) zur Wehr. - © Netflix

Die Romanvorlage habe ich nicht gelesen. Die Computerspiel-Adaption habe ich auch nie gespielt. Daher bin ich unvoreingenommen an die von Netflix produzierte erste Staffel von THE WITCHER herangegangen. Im Mittelpunkt steht der Hexer und hauptberufliche Monsterjäger Geralt von Rivia (Henry Cavill). Der wird immer wieder für verschiedenste Jobs angeheuert und gerät dadurch auch öfter mal zwischen die politischen Fronten. Er versucht seinen Platz in der Welt zu finden. Weitere Protagonistin ist die Prinzessin Ciri (Freya Allan), die auf der Flucht vor einem verfeindeten Königreich ist und deren Schicksal eng mit Geralt verwoben ist. Ebenfalls mit von der Partie ist die machthungrige Magierin Yennefer (Anya Chalotra), die Geralt immer wieder über den Weg läuft.

Szenenbild aus THE WITCHER - 1. Staffel - Geralt (Henry Cavill) wird eine Zeit lang vom Barden Jaskier (Joey Batey) begleitet. -© Netflix
Geralt (Henry Cavill) wird eine Zeit lang vom Barden Jaskier (Joey Batey) begleitet. -© Netflix

Der GAME OF THRONES-Vibe

Man merkt der ersten Staffel durchaus an, dass sie die Lücke, die durch das Ende von GAME OF THRONES entstanden ist, füllen möchte. Ähnlich wie auch in der ersten Staffel GAME OF THRONES wird der Zuschauer einfach mitten in die Geschichte geworfen. Die Verhältnisse zwischen den Königreichen werden kaum erklärt. Das ist leider auch ein großes Manko, denn THE WITCHER erzählt an vielen Stellen zu wenig. Das Worldbuilding ist seltsam bruchstückhaft. Während man bei GAME OF THRONES zumindest im Vorspann einen groben Überblick über die einzelnen Königreiche und verfeindeten Parteien bekam, muss man sich das bei THE WITCHER alles selbst erschließen. Bei einem Satz wie „Cintra wird aus dem Süden vom Nilfgaard angegriffen“ muss man erstmal wissen, dass Cintra und Nilfgaard Königreiche sind und wie die Landkarte in etwa ausschauen muss. Hier verlässt sich die Serie zu sehr auf das Vorwissen der Kenner des Computerspiels bzw. Leser der Romanvorlagen von Andrzej Sapkowski. Als absoluter Neuling empfiehlt sich da ein dickes Fell.

Szenenbild aus THE WITCHER - 1. Staffel - Prinzessin Cirilla (Freya Allan) ist auf der Flucht. - © Netflix
Prinzessin Cirilla (Freya Allan) ist auf der Flucht. – © Netflix

Animierte Monster

Ebenfalls nicht ganz gefallen, hat mir die Animation der Monster – zumindest von denen, die im Computer entstanden sind. Denen sieht man leider viel zu sehr an, dass sie nicht echt sind. Und auch hier muss ich wieder GAME OF THRONES als Referenz bemühen, wo selbst die unechtesten Drachen nach tatsächlichen Lebewesen aussahen. Das kann man nicht über alle Monster in der WITCHER-Welt behaupten. Die analoge Optik hingegen hat mich voll und ganz überzeugt. Das Setdesign, die Kostüme und die Musik ließen mich sofort in diese undurchschaubare Welt eintauchen.

Szenenbild aus THE WITCHER - 1. Staffel - Yennifer von Vengerberg (Anya Chalotra) - © Netflix
Yennifer von Vengerberg (Anya Chalotra) – © Netflix

Überragende Nebendarsteller

Es ist schon etwas erstaunlich, dass mich Henry Cavill, der die Titelrolle spielt, als einsilbiger Monsterjäger so gar nicht gepackt hat. Mit den weißen Haaren, dem Augenrollen und dem wiederkehrenden, Unheil verkündenden Ausspruch „Fuck“ wirkte er auf mich wie ein Zeitreisender, der gerade mal kurz auf einen Besuch vorbeikommt. Viel imposanter waren da die Nebendarsteller. Gerade Anya Chalotra als Yennifer und Freya Allan als Cirilla waren für mich spannende Neuentdeckungen. Beide mussten in den insgesamt acht Episoden eine erstaunliche Verwandlung hinlegen und bekamen genügend Szenen um mich in ihren Bann zu ziehen.

Bewertung: 4.5 von 6.

4.5/6 bzw. 7.5/10

Die erste Staffel von THE WITCHER ist auf Netflix zu sehen. Eine zweite Staffel ist bereits in Planung.

Trailer: © Netflix

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