Man mag es sich gar nicht ausmalen. Während eines Fluges stirbt der Pilot und die Passagiere müssen sich alleine durchschlagen. So passiert es aber der Fotojournalistin Alex (Kate Winslet) und dem Neurochirurgen Ben (Idris Elba). In der Romanverfilmung ZWISCHEN ZWEI LEBEN (OT: THE MOUNTAIN BETWEEN US) sitzen die beiden zunächst an einem Flughafen fest.

Szenenbild aus ZWISCHEN ZWEI LEBEN - THE MOUNTAIN BETWEEN US - Alex (Kate Winslet) und Ben (Idris Elba) - © 20th Century Fox

Alex (Kate Winslet) und Ben (Idris Elba) – © 20th Century Fox

Aufgrund schlechten Wetters wurden alle Linienflüge gestrichen. Da es aber beide sehr eilig haben, chartern Alex und Ben ein kleines Flugzeug. Unterwegs erleidet ihr Pilot Walter (Beau Bridges) einen Herzschlag und das Flugzeug stürzt in einem abgelegenen Bergmassiv ab. Alex und Ben sowie Walters Hund überleben. Ben ist nahezu unverletzt, doch Alex kann ihr Bein nicht belasten. Zunächst warten sie auf Hilfe, doch niemand kommt. Notgedrungen machen sich die beiden auf – durch die verschneite Landschaft zurück in die Zivilisation. Dabei kommen sie sich näher.

Die Liebesgeschichte stört

THE MOUNTAIN BETWEEN US endet nicht mit der Reise zurück in die Zivilisation, sondern behandelt auch das Leben danach. Genau das wird in Survival-Dramen gern ausgeklammert. Ich hätte es spannend gefunden mehr davon zu sehen und das meine ich durchaus wörtlich. Mehr zeigen und keine Nacherzählung.

Szenenbild aus ZWISCHEN ZWEI LEBEN - THE MOUTAIN BETWEEN US (2017) - Alex (Kate Winslet) und Ben (Idris Elba) finden einen Unterschlupf - © 20th Century Fox

Alex (Kate Winslet) und Ben (Idris Elba) finden einen Unterschlupf – © 20th Century Fox

Stattdessen lässt Regisseur Hany Abu-Assad die beiden Protagonisten bei einem lahmen Gespräch in einem Café erzählen wie es ihnen beiden seit ihrem Abenteuer ergangen ist. Der Film hätte zudem einen noch besseren Eindruck gemacht, wenn man die Liebesgeschichte ganz weggelassen hätte. Als könnten ein Mann und eine Frau nicht einfach eine Katastrophe überleben und im wahrsten Sinne des Wortes ins Leben zurückfinden ohne sich dabei zu verlieben. Die Liebesszenen wirken zu gewollt. Als habe man einfach mal Kate Winslet und Idris Elba rumknutschen sehen wollen. Das untergräbt die eigentlich wirklich spannende Geschichte. Alex und Ben sind beides sehr bedächtige Charaktere. Sie gehen beide sehr logisch und besonnen vor. Manchmal vielleicht ein bißchen zu logisch, damit es in den Spannungsbogen passt.

Wenig Schauspieler, große Gefühle

Dass Regisseur Abu-Assad eigentlich ganz innovative Ideen hatte, zeigt sich in der Szene des Flugzeugabsturz, der in einem einzigen Take (und im Studio) gedreht wurde. Über weite Strecken des Films spielen Idris Elba und Kate Winslet allein, wenn man den süßen Labrador mal ausklammert, der den Absturz ebenfalls überlebt. Dass die beiden eine gute Chemie haben, lässt sich schwer bestreiten.

Szenenbild aus ZWISCHEN ZWEI LEBEN - THE MOUNTAIN BETWEEN US - Alex (Kate Winslet) - © 20th Century Fox

Alex (Kate Winslet) – © 20th Century Fox

Dass man ihnen auch gerne durch hübsch gefilmte, verschneite Landschaften folgt, auch nicht. Und doch bleibt das Gefühl, dass die beiden hinter ihrem Potenzial bleiben. Dass das recht einfach gestrickte Drehbuch sie schauspielerisch nicht wirklich fordert. Körperlich mag das sicher anders ausgesehen haben. Bei klirrenden Minusgraden zu drehen und dann – wie Kate Winslet – auch noch in einen eiskalten Wassertank zu springen, das war bestimmt kein Zuckerschlecken. Ich habe mit den Figuren mitgelitten, aber am Ende hat die Geschichte keinen nachhaltigen Eindruck gemacht.

4/6 bzw. 7/10

ZWISCHEN ZWEI LEBEN – THE MOUNTAIN BETWEEN US erscheint am 20.04.2018 auf DVD, Blu-Ray und  über VoD. Zur Erstellung der Kritik wurde mir vom 20th Century Fox freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf meine Wertung.

Trailer: © 20th Century Fox