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Kritiken zu Filmen, Serien und NT Live-Übertragungen

Fantasy, Musikfilm

Into The Woods (2014)

© Disney

Wenn das Happy End nicht reicht

Die Verfilmung des gleichnamigen Broadway-Musicals von James Lapine und Stephen Sondheim macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Große Namen versprechen Qualität.  Auch die Grundprämisse des Stücks, nämlich bekannte Märchen wie Rapunzel oder CINDERELLA über das Happy End hinauszuerzählen, klingt erst einmal spannend. Doch recht schnell macht sich Ernüchterung breit, denn der Film nimmt zu viel selbst vorweg. Zu Beginn des Films sieht man Rotkäppchen (Lilla Crawford) mit dem prominenten roten Umhang in den Wald laufen, weil sie auf dem Weg zu ihrer Großmutter ist. Zudem läuft der Junge Hans (Daniel Huttlestone) mit seiner Kuh in den Wald, weil er sie auf dem Markt verkaufen soll. Ebenfalls im Wald befindet sich Cinderella (Anna Kendrick), die vor ihrem Prinzen (Chris Pine) davonläuft, und die blonde Rapunzel (MacKenzie Mauzy), die von der bösen Hexe in einem Turm festgehalten wird. Zeitgleich bietet ebendiese Hexe (Meryl Streep) dem Bäcker (James Corden) und seiner Frau (Emily Blunt) an, sie von ihrer Kinderlosigkeit zu befreien. Hierzu müssen sie aber vier Dinge besorgen: eine Kuh so weiß wie Milch, einen Umhang so rot wie Blut, Haare so gelb wie Mais und einen Schuh aus reinem Gold. Man muss kein Meisterdetektiv sein um herauszufinden, dass es darauf hinausläuft, dass der Bäcker und seine Frau durch den Wald irren und versuchen diese Gegenstände einzusammeln. Natürlich gelingt dies. Alle bekommen ihr Happy End. Die Frau des Bäckers wird schwanger, Rotkäppchen und ihre Großmutter werden aus dem Bauch des Wolfes (Johnny Depp) gerettet und der Prinz heiratet Cinderella. Doch bald sterben nicht nur mehrere Figuren, sondern es brechen auch alte Allianzen und am Ende beschuldigen sich alle gegenseitig.

Die Hexe (Meryl Streep) – © Disney

Der Wald als Ort der Möglichkeiten

Obwohl auch Teile der Handlung außerhalb des titelgebenden Waldes stattfinden, so ist der Wald der zentrale Spielort des Films und definiert sich als Ort von Möglichkeiten und Begegnungen. Verschiedenste Personen treffen dort aufeinander und interagieren miteinander. Klassenunterschiede werden aufgehoben. Allianzen entstehen zwischen Personen, die unter normalen Umständen nicht zueinander finden würden, wie etwa beim Flirtversuch von Prinz Charming mit der Frau des Bäckers. Der Wald ist aber auch etwas Magisches. Hier können tote Tiere wieder lebendig gemacht werden, die Frau des Bäckers wird schwanger. Alles ist möglich und diese Vielfalt an Möglichkeiten sorgt nur für Probleme. Auch wenn das Musical eine progressive Botschaft verkaufen möchte, so zeigt sie umso mehr die Grenzen des Fortschritts auf. Fortschritt hat seinen Preis, auch in der Welt der Märchen.

© Disney

Into the woods, into the woods, into the woooooods!

Die Musical-Verfilmung kann mit einigen großen Namen aufwarten: James Corden, Emily Blunt, Chris Pine, Anna Kendrick und natürlich Johnny Depp und Meryl Streep, die beide bereits mit SWEENEY TODD und MAMMA MIA! einschlägige Musicalerfahrung gesammelt haben. Allerdings sollte man sich von dem Starensemble und der Story nicht täuschen lassen. Es wird recht schnell klar, wohin die Reise geht und das macht die Story nicht nur vorhersehbar, sondern auch langatmig. Keiner der Schauspieler macht besonders auf sich aufmerksam, nicht einmal Meryl Streep, die hierfür allen Ernstes eine Oscarnominierung bekam. Das Musical wirkt auch unfreiwillig komisch, wenn etwa Chris Pine von seinem Liebeskummer singt, dabei auf einem Wasserfall steht und sich dabei plakativ das Hemd aufreißt. Überhaupt ist Prinz Charming ein absoluter Arsch. Auf die Frage von Cinderella, warum er ihr nicht treu sein kann, wenn er sie doch liebt, antwortet der doch tatsächlich: „Man hat mich dazu erzogen charmant zu sein, nicht aufrichtig.“ Gefühlte 20.000 Mal kommt die Floskel „into the woods“ vor, was mit der Zeit zusätzlich die Nerven strapaziert. Punkten kann der Film lediglich bei den abermals fantastischen Kostümen von Colleen Atwood und dem impressiven Setdesign.

(1.5/6)

Trailer: © Disney Deutschland

  1. Hab den Film nicht gesehen, aber Meryl Streeps Einlagen. Fand die ziemlich großartig! Aber schon ärgerlich, wenn alles andere den Bach runter geht.

    • Ich kann natürlich nicht für alle Zuschauer sprechen, aber mir war das ganze „Into the woods“-Gesinge und Gelaber einfach zu viel. Meryl Streep war auch nicht per se schlecht, aber im Gesamtkontext des Filmes hätte ich sie mir als stärkere Figur gewünscht. Das war sie leider nicht und es gab auch bei den anderen Schauspielern keine aus der Masse heraustechenden Leistungen. Außer vielleicht die von Chris Pine. Die war unterirdisch. 😉

  2. Mir ging der Film unendlich auf die Nerven. Die Story war quasi nicht vorhanden und ein schreckliches Lied löste das nächste ab. Ich habe mir das Desaster nicht bis zum Ende angeschaut.

  3. playfuljoyful

    Ich fand den Film sehr anstrengend. Einer der wenigen Filme, den ich bereut habe im Kino angesehen zu haben. Wir wurden an der Kasse zwar gewarnt, dass es viel Gesang gäbe, aber mit sowas hatte ich dann doch nicht gerechnet.

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