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Drama

Finsterworld (2013)

© Alamode

Der Fußpfleger Claude (Michael Maertens) besticht einen Polizisten mit Fusscreme um einer Strafe zu entgehen. Der Polizist wiederum hüpft nachts aus der Uniform und in ein Plüschbärenkostüm. Seine Freundin Franziska (Sandra Hüller) verzweifelt an ihrer Doku, weil der Protagonist einfach ein stinknormaler Langweiler ist. Lehrer Nickel (Christoph Bach) muss mit seiner Klasse ins KZ. Die Schüler der Privatschule sind vom Geschichtsunterricht gelangweilt, während das Ehepaar Sandberg (Corinna Harfouch und Bernhard Schütz) in einer „Anti-Nazi-Karre“ auf dem Weg nach Paris ist. Derweil kümmert sich ein Einsiedler (Johannes Krisch) um einen verletzten Vogel im Wald. Das normale Leben der noch normaleren Menschen im schönen Deutschland nimmt eine ungewohnte Wendung, als plötzlich Dinge zum Vorschein kommen, von denen die meisten lieber nichts gewusst hätten.

Finsterworld_Szene1

© Alamode Film/Universum

Es ist unglaublich schwierig den Film von Frauke Finsterwalder in ein Genre zu pressen. Ist es ein Drama, ein Episodenfilm, eine schwarze Komödie? So ein bißchen von allem. Während man sich zu Beginn noch fragt, wie die ganzen Figuren miteinander in Verbindung stehen, versteht man nach einiger Zeit die verwandtschaftlichen und bekanntschaftlichen Verhältnisse. Einzig der Einsiedler passt nicht so wirklich ins Bild. Warum er im Wald lebt, wird genauso wenig erläutert, wie die Tatsache, wer denn seine Hütte verwüstet hat. Oder in welchem Zusammenhang er überhaupt mit den restlichen Figuren steht. Das ist etwas schade, weil Finsterworld definitiv ein Ensemblefilm ist, dessen Charaktere nur in ihrer Gesamtheit gut zusammen wirken. Die Figuren selbst sind teilweise ein bißchen zu stereotypisch wie z.B. die reichen Eltern, die ihren Spross jahrelang verwöhnt haben. Das fällt wegen dem fantastischen Drehbuch von Finsterwalder und Christian Kracht aber selten auf. Durch die vielen Episoden, die gut miteinander verknüpft sind, wird es auch niemals langweilig. Davon abgesehen ist dieser Film zu loben, weil er mal KEIN Historienfilm und KEINE Komödie ist, von denen das deutsche Kino üblicherweise überschwemmt wird.

Skuriler Film made in Germany (4.5/6)

Trailer: © Alamode Film

  1. Ich hätte dem Film tatsächlich 5 Sterne gegeben. Irgendwie sind die Figuren so irrsinnig stark, und die Geschichte packend. Vor allem das Schicksal des Polizisten und des Schülers fand ich richtig spannend. Die beiden Charaktere werde ich wohl lange nicht vergessen. Auch den idealistischen Lehrer fand ich (obwohl er so wenig Zeit hatte) total stark.

  2. Naja, ob man jetzt 4.5 oder 5 gibt, da ist der Unterschied jetzt nicht so groß. Ich fand den durch die Landschaft wandelnden Schüler auch am besten. Aber noch viel besser finde ich es, wie ich auch schon geschrieben habe, dass deutsches Kino so viel mehr als 2.Weltkrieg-Film und Romantic Comedy-Movie zu bieten hat.

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