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Abenteuerfilm, Action

Transformers: The Last Knight (2017)

Szenenbild aus TRANSFORMERS 5 - TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT - Cade Yeager (Mark Wahlberg) - © Paramount Pictures Deutschland

Cade Yeager (Mark Wahlberg) - © Paramount Pictures Deutschland

Als 2014 der US-Regisseur Michael Bay bekannt gab, er würde keinen weiteren Transformers-Film mehr machen, war die Freude groß. Besonders bei mir. Leider kam es nicht so und er hat tatsächlich nochmal Geld für das Machwerk bekommt, das sich TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT schimpft. Die Handlung ist mehr als nur abstrus. Optimus Prime (Peter Cullen) hat die Erde verlassen. Um den Planeten Cybertron wieder aufzubauen, braucht Optimus Prime ein Artefakt, das zu Zeiten von König Artus (Liam Garrigan) auf der Erde versteckt wurde. Optimus erkennt, dass nur eine der beiden Welten kann leben: Cybertron oder die Erde. Um letztere zu retten, bildet sich ein ungewöhnliches Bündnis: Cade Yaeger (Mark Wahlberg), der Transformer Bumblebee, der englische Lord Edmund Burton (Anthony Hopkins), die Geschichtsprofessorin Vivien Wembley (Laura Haddock) und die junge Izabella (Isabella Moner) versuchen gemeinsam den Untergang abzuwenden.

Szenenbild aus TRANSFORMERS 5 - TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT - Megatron und Lennox (Josh Duhamel) - © Paramount Pictures Deutschland
Megatron und Lennox (Josh Duhamel) – © Paramount Pictures Deutschland
Teuer und schlecht erzählt

Obwohl THE LAST KNIGHT der bislang teuerste Transformer-Film ist, ist er trotz der 600 Millionen US-Dollar, die er weltweit eingespielt hat, immer noch der Teil der Reihe mit den geringsten Einnahmen. Das mag zum einen daran liegen, dass sich das Publikum sattgesehen hat an den immergleichen Bay’schen Explosionen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass hier der Writer’s Room, der nach AGE OF EXTINCTION gegründet wurde, zwei Ideen in den Topf geworden hat, die beide im finalen Film gelandet sind: Arthur und die Tafelrunde und der 2. Weltkrieg. Auch ohne den Film gesehen zu haben, merkt man hier schon, dass diese Doppelstrategie nicht aufgehen kann. Der Film wirkt noch diffuser als all seine Vorgänger zusammen. Die Figuren und teilweise auch das Militär ändern die Strategie im Minutentakt. Erst wird Yaeger verfolgt, denn er ist der Feind. Dann wird plötzlich mit ihm zusammengearbeitet, als wäre nichts gewesen. Informationen treffen immer in den Momenten ein, wenn sie gebraucht werden und Nebenfiguren verschwinden, wenn sie die Hauptpersonen an den Ort gebracht haben, an dem sie sein sollten.

Szenenbild aus TRANSFORMERS 5 - TRANSFORMERS: THE LAST KNIGHT - Bumblebee kämpft gegen einen Sentinel - © Paramount Pictures Deutschland
Bumblebee kämpft gegen einen Sentinel. – © Paramount Pictures Deutschland
Ein Cast zum Davonlaufen

Mark Wahlberg, der schon im Vorgänger Probleme hatte, den Zuschauer bei der Stange zu halten, verliert hier völlig jede Glaubwürdigkeit. Die ganze Figur von Cade Yaeger ist nie sonderlich sympathisch und auch nicht besonders konsistent in seinen Handeln. Gleiches gilt auch für eine weitere männliche Nebenrolle. Anthony Hopkins bezeichnete Bay im April 2017 im Zuge der Promotion für den Film als Genie und verglich ihn mit Regiegrößen wie Spielberg und Scorsese, wodurch Hopkins’ Kredibilität ebenfalls stark eingebüßt hat. Die Neuzugänge Laura Haddock und Isabella Moner haben weder viel zu sagen, noch können sie neue Impulse setzen. Lediglich die Effekte, das Schlachtengetümmel, die Landschaft von Cybertron und die Transformer sorgen dafür, dass es kein Totalausfall wird. Das einzig Gute an diesem Film ist, dass man kurze Zeit später alles wieder vergessen hat, was man in den 154 Minuten gesehen hat.

1.5/6 bzw. 1/10


Trailer: © Paramount Pictures Germany
  1. Oh Gott. Ja, der war wirklich megaschlecht! Und ja, ich hab auch sehr schnell alles vergessen, was darin vorkam. Glücklicherweise…

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