Staged – 1. Staffel (2020)

Manchmal ist es echt schwer an den „guten Stoff“ zu kommen, weil der gute Stoff nur im englischsprachigen Raum erscheint. So war es auch mit STAGED. Die Mini-Serie erschien gefühlt überall auf diesem Planeten, nur nicht im deutschsprachigen Raum. Ein Glück, → wenn man jemanden kennt, der sich beide Staffeln auf DVD gekauft hat und wo man mal lieb nachfragen kann, ob man sich die ausleihen kann. STAGED beginnt in der Zeit des ersten Lockdowns 2020. Die Theater sind geschlossen und sowohl Regisseur Simon Evans als auch seine beiden Hauptdarsteller David Tennant und Michael Sheen sitzen zuhause. Das geplante Stück „Six Characters in Search of an Author“ wird nicht im West End aufgeführt werden, aber Simon ist fest entschlossen trotzdem über Zoom zu proben. Widerwillig lassen sich David und Michael darauf ein. Im Laufe der Staffel stoßen sie auf eine Vielzahl von Problemen: Ablenkung, Umgang mit der eigenen Langeweile, Hausunterricht und ihre eigenen Egos.

Szenenbild aus STAGED - 1. Staffel - David Tennant, Simon Evans und David Tennant - © BBC
David Tennant, Simon Evans und David Tennant – © BBC

Welcome to the Lockdown-Show!

Ich mag ja minimalistische Formate. Ich habe mich auch schon für die deutsche Mini-Serie DRINNEN begeistert, die ebenfalls 2020 im erzwungenen Homeoffice entstand. Und doch gibt es Unterschiede zu STAGED. Hier spielen eigentlich fast alle Beteiligten fiktionale Versionen von sich selbst. David Tennant und Michael Sheen, die man zuletzt in GOOD OMENS zusammen vor der Kamera sah, kennen sich schon länger und sind auch gut miteinander befreundet. Und glücklicherweise sind beide auch noch mit exzellenten Schauspielerinnen zusammen (Anna Lundberg) bzw. verheiratet (Georgia Tennant), die hier ebenfalls „sich selbst spielen“. Herauskommt dabei eine Mischung, bei der man am Ende nicht mehr weiß, was echt und was gespielt, was geplant und was improvisiert ist.

Szenenbild aus STAGED - Staffel 1 - Georgia und David Tennant - © BBC
Georgia und David Tennant – © BBC

Hochkarätige Gaststars

Ich habe mich vor der ersten Staffel überhaupt nicht informiert und auch nicht auf die Screenshots, die auf der Rückseite der DVD-Hülle zu sehen sind, genauer angeschaut. So war ich dann wirklich ehrlich überrascht, dass die drei so hochkarätige Gaststars wie beispielsweise Judi Dench für ihr kleines Projekt gewinnen konnten. Diese Kollegen spielen sich häufig ebenfalls selbst und nehmen sich und ihren Status in der öffentlichen Wahrnehmung ebenfalls auf die Schippe. Hier gibt es einen guten Mix aus international bekannten Weltstars und nationalen Schauspielgrößen wie z.B. Adrian Lester.

Szenenbild aus STAGED - 1. Staffel (2020) - David Tennant und Michael Sheen proben. - © BBC
David Tennant und Michael Sheen proben. – © BBC

Kleine Insider-Witze und Schmankerl

Damit man nicht andauernd diese Zoom-Optik vor Augen hat, gibt es auch extra gefilmte Sequenzen, die dann zum Beispiel im Garten oder in der Küche spielen, in denen sich die Protagonisten unterhalten, wenn die Webcam aus ist. Diese Szenen fand ich aber nicht immer gelungen, weil sie zumindest bei mir die Illusion etwas zerstört haben. Dennoch lassen sich die sechs Folgen der ersten Staffel gut hintereinander wegschauen. Besonders gelungen fand ich auch die Anordnung der beiden Namen. Michael und David diskutieren nämlich immer, welcher Name zuerst genannt werden soll. Als Michael David in einer Folge der Lüge überführt, erscheinen in der darauffolgenden Folge die Namen „Michael Sheen“ und „The Fucking Liar David Tennant“. Je nach Gesprächsthema in der vorherigen Folge werden die beiden Namen dann ggf. entsprechend angepasst. Es ist zwar nur eine kleine Sache, aber über sowas kann ich mich immer sehr beömmeln.

8/10

Bewertung: 8 von 10.
Trailer: © BBC

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