Jack Whitehall: Travels with My Father – 1. Staffel (2017)

Szenenbild aus der 1. Staffel TRAVELS WITH MY FATHER - © Netflix

Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann mir Jack Whitehall zum ersten Mal untergekommen ist. Wahrscheinlich als Gast auf der Couch von Graham Norton. Whitehall ist für mich die britische Version von Luke Mockridge. Und wie auch bei Mockridge hat Whitehalls Vater etwas mit der Unterhaltungsbranche zu tun. Michael Whitehall arbeitete als Fernsehproduzent und Schauspielagent von Colin Firth, Michael Fassbender, Daniel Day Lewis und Dame Judi Dench. 2017 hatte sein Sohn Zeit für eine Auszeit und beschloss seinen Vater, der ungern verreist und auch sonst erst wenig das Land verlassen hat, mitzunehmen. Zusammen bereisen sie Thailand, Vietnam und Kambodscha. Das filmische Tagebuch von den fünf Wochen Urlaub heißt TRAVELS WITH MY FATHER.

Szenenbild aus Travels with my Father - 1. Staffel - Jack und Michael Whitehall in Thailand - © Netflix
Jack und Michael Whitehall in Thailand – © Netflix

A grumpy dad abroad

TRAVELS WITH MY FATHER erinnert sehr stark an AN IDIOT ABROAD, dem Reiseformat von Ricky Gervais. Während Gervais seinen Protagonisten mehr oder weniger hilflos ins Feld schickte, ist in dieser Reisedokumentation auch Jack Whitehall direkt vor Ort. Das ungewöhnliche Vater-Sohn-Duo lässt sich schnell charakterisieren: Während sich der 77-jährige Michael Whitehall lieber in 5-Sterne-Hotels aufhält und kaum Land und Leute kennenlernen möchte, übernimmt Jack den neugierigen, offenen und abenteuerlichen Part. Jack versucht dabei immer wieder seinen Vater aus seiner Komfortzone zu holen, doch der möchte am liebsten wieder nachhause. Da hilft auch kein Machtwort von Ehefrau Hilary, die sich ab und an via Videotelefonie zu Wort meldet.

Szenenbild aus TRAVELS WITH MY FATHER - 1. Staffel - © Netflix
Während Michael von der Glückspuppe, die er Winston tauft, begeistert ist, findet Jack den Umgang seines Vaters mit der Puppe gruselig. – © Netflix

Das Leben schreibt die besten Geschichten

„Wer reist, kann was erzählen“ besagt ein Sprichwort und diese Reise nach Südostasien ist tatsächlich wahnsinnig humorig. Als Michael und Jack eine Puppe, die als Glücksbringer fungiert, Winston tauft und wie ein echtes Kind behandelt, ist das Drama perfekt. Während ihrer Reise durch die verschiedenen Länder teilt Vater Michael auch ordentlich aus und schert sich nicht darum, seinen Sohn in der Öffentlichkeit bloßzustellen. Die sechs Folgen sind herrlich kurzweilig und sind aufgrund der ständigen Spannungen zwischen Vater und Sohn sehr unterhaltsam. Die Locations wie etwa ein auf dem Wasser schwimmendes Fußballfeld in Ko Panyi und die Personen, auf die beide treffen, wie etwa einen englischen Mönch, eine besondere Masseurin, die Schläge auf Gesicht und Schultern verteilt oder einen exzentrischen Performance-Künstler, bringen zusätzliche Würze in diese ungewöhnliche Dokumentation. Trotz einiger Fremdschäm-Momente kann man sich das gut und gerne auch noch ein zweites Mal anschauen.

Bewertung: 5 von 6.

5/6 bzw. 8/10

JACK WHITEHALL: TRAVELS WITH MY FATHER ist exklusiv auf Netflix verfügbar. Inzwischen gibt es noch drei weitere Staffeln.

Trailer: © Netflix

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