Der Hobbit – Eine unerwartete Reise bildet den Auftakt für die dreiteilige Verfilmung des gleichnamigen Buches von J. R. R. Tolkien. Im Mittelpunkt steht der Hobbit Bilbo Beutlin, der vom Zauberer Gandalf mehr oder weniger dazu genötigt wird, an einer Mission mit 13 Zwergen teilzunehmen, die ihr Bergkönigreich zurückerobern wollen, dass von einem Drachen übernommen wurde. Obgleich die Reise aussichtslos scheint und Bilbo mehr Hindernis als Zugewinn für die Gruppe darstellt, überrascht der Kleinste die anderen immer wieder und gibt ihnen neuen Mut.

Peter Jackson übernimmt wie bei der Verfilmung der HERR DER RINGE-Trilogie wieder die Regie und kann dabei auf fantastisches Personal zurückgreifen: zum einen sind da die Schauspieler lobend zu erwähnen. Einige Figuren kennt man schon aus DER HERR DER RINGE: Frodo, Galadriel, Bilbo Beutlin als älterer Hobbit, Saruman und Elrond sind, wenn auch nur kurz, zu sehen. Gleichzeitig werden neue Figuren eingeführt, wie zum Beispiel die Zwerge und natürlich Bilbo Beutlin als junger Hobbit (Martin Freeman). Freeman kann hier sein komödiantisches Talent voll ausschöpfen – der junge Bilbo ist definitiv frecher als Frodo. Auch Gollum (wieder brilliant verkörpert von Andy Serkis) liefert mehr Lacher als noch zu Herr der Ringe-Zeiten.

Des Weiteren bedient sich Jackson mal wieder reichlich an der wunderschönen Landschaft Neuseelands, die schon in den Vorgängerfilmen eine atemberaubende Kulisse boten. Wie Bilbo bestaunt der Zuschauer die schönen Landschaften. Auch die Sets sind wieder einmal mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Zudem wird Bezug auf den Herr der Ringe genommen, beispielsweise in der Szene mit den drei steinernen Trollen, an denen Frodo Jahre später vorbeilaufen wird.  Jackson schafft es zudem wieder mit allerlei Tricktechnik die Spannung aufrechtzuerhalten. Nicht nur die Aufnahmen von Gollum sind optisch ein Genuss sondern auch die wilden Kamerafahrten, die entweder direkt durch das Schlachtgetümmel führen oder einfach nur die schöne Landschaft zeigen.

Einziger Wermutstropfen: Mit einer Laufzeit von 169 Minuten ist DER HOBBIT ziemlich lang (zum Vergleich: AVATAR 162 min, DIE GEFÄHRTEN 178 min) und scheint irgendwie immer das Ende zu verpassen. Die Szene in Bruchtal in der Gandalf Galadriel erklärt, warum er Bilbo auf die Reise mitgenommen hat, wäre ein schöner Schluss gewesen. Aber es kommt noch eine Schlacht… und noch eine… Der Film zieht sich gegen Ende schon etwas und scheint nicht auf den Punkt zu kommen.

Alles in allem wieder ein Mal ein fantastischer Fantasy-Streifen, der einfach Spaß macht –  Abzug für das verschleppte Ende (4.5/6)

Trailer: © Warner Bros.