Nachdem mir die erste Staffel wirklich gut gefallen hat, wollte ich natürlich wissen, wie es weitergeht. Inzwischen ist Tyrion Lennister (Peter Dinklage) als Vertretung seines Vater Tywin die Hand des Königs und versucht den tyrannischen Regenten Joffrey (Jack Gleeson) zur Vernunft zu bringen. Auch dessen Mutter Cersei (Lena Headey), seine Schwester, legt ihm nur zu gerne Steine in den Weg um ihre eigene Macht zu festigen. Doch Tyrion bewahrt einen kühlen Kopf und bereitet Königsmund auf eine Belagerung vor, denn Stannis Barratheon (Stephen Dillane) möchte, unterstützt von der Priesterin Melisandre (Carice van Houten), sein Recht auf den Thron einfordern. Gleichzeitig sammelt Robb Stark (Richard Madden) seine Truppen um ebenfalls gegen den König vorzugehen, der seinen Vater töten ließ. Als Geisel haben sie Jaime Lennister (Nikolaj Costau-Waldau) in ihrer Gewalt. Während Arya (Maisie Williams) geradewegs in die Hände von Tywin Lennister (Charles Dance) läuft, versucht Catelyn Stark (Michelle Fairley) zusammen mit Brienne von Tarth (Gwendoline Christie) ihre beiden Kinder aus den Fängen der Lennisters zu befreien.

Brienne von Tarth (Gwendoline Christie) – © HBO

Die zweite Staffel hat immer noch einen einführenden Charakter. Das hat leider zur Folge, dass man noch sehr mit der Vorstellung der Figuren zu tun ist anstatt schon die großen Geschütze aufzufahren und verschiedene Charaktere aufeinanderprallen zu lassen. Nachdem in der ersten Staffel hauptsächlich die Häuser Stark und Lennister – Baratheon und Targaryen am Rande – beleuchtet wurden, werden nun auch die Charaktere aus den Häusern Graufreud, Tyrell und Frey vorgestellt. Gleichzeitig entwickeln sich die Handlungsstränge aus dem ersten Teil weiter, wobei der Dothraki-Stamm von Daenerys fast schon übergangen wird. Und ja, so langsam muss man wirklich gut aufpassen, wer zu wem gehört. Es wird komplex. Auch der Einsatz von Magie wird immer gebräuchlicher. Unabhängig von den Drachen aus der ersten Staffel, wird hier ein Geist geboren und Arya trifft auf einen hilfsbereiten Gestaltwandler. Nicht ganz nachvollziehbar ist die Rolle von Theon Graufreud, der von Robb Stark zu seinem Vater Balon geschickt wird um ihn für den Krieg zu gewinnen. Stattdessen befiehlt ihm dieser Winterfell einzunehmen, was auch gelingt. Abtrünnigen erweist er dabei keine Gnade um vor seinen Gefolgsleuten, den Eisenmännern, nicht das Gesicht zu verlieren. Dieser Wechsel vom engen Verbündeten der Starks zum gnadenlosem Feind kann Alfie Allen nicht nachvollziehbar machen. Positiv fallen abermals Peter Dinklage und auch Maisie Williams auf. Die Unterschiede der beiden Stark-Schwestern werden zudem weiter herausgearbeitet. Die Staffel endet nicht nur mit einem packenden Finale, sondern kann auch optisch punkten, denn im Norden sieht man nach langer Zeit wieder weiße Wanderer.

(4.5/6 bzw. 8/10)

Anmerkung: Seit September 2016 rechne ich meine 6-Punkte-Wertung auch auf das gängige 10-Punkte-System um. Je nach Wertung kann es dabei zu einer Diskrepanz von  ± 0,5 Punkten kommen.

Trailer: © Youtube/Series Trailers MP