Der alte Ebenezer Scrooge (Stimme von Tim Curry) ist ein hartherziger Geizkragen, wie man ihn im ehrwürdigen London wohl kaum ein zweites Mal antrifft. Seinem unterbezahlten Angestellten Bob Cratchit (Stimme von Michael York) droht er regelmäßig mit Kündigung. Für seine bedürftigen Mitmenschen hat er nur Geringschätzung übrig und Weihnachten hält er für geld- und zeitverschwendenden Humbug. In der Nacht zum 25. Dezember jedoch erhält er unerwarteten Besuch. Der Geist seines vor sieben Jahren verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley (Stimme von Edward Asner)sucht ihn auf, um ihn vor einem schrecklichen Schicksal zu warnen. Marley bietet Scrooge nun eine Möglichkeit sich zu bessern und erzählt ihm von drei Geistern, die ihn heimsuchen werden. Scrooge glaubt zunächst an eine Halluzination, aber um ein Uhr steht der erste Geist in seinem Schlafzimmer.

Die Geschichte von Charles Dickens wurde inzwischen mehrfach verfilmt und auf die Bühne gebracht. Seine Weihnachtsgeschichte gehört wohl zu den beliebtesten Weihnachtsgeschichten der Welt. Die Zeichentrickversion unter der Regie von Stan Philips nimmt sich zunächst die Zeit in Ruhe alle Charaktere einzuführen und deshalb dauert es eine Weile bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Trotzdem ist die Handlung kompakt und ohne große Umschweife erzählt. Die Wandlung vom Geizhals zum edlen Spender wird nachvollziehbar aufgezeigt. Minuspunkte gibt es allerdings für die musikalischen Einlagen. Manche Lieder scheinen überhaupt nicht zu der Situation zu passen (einsamer Junge fängt plötzlich zu singen an), teilweise singen auch die Interpreten der deutschen Version scharf an der Schmerzgrenze vorbei (ebenfalls der jungen Ebenezer). Zudem werden auch die Tiergeräusche des Hundes eindeutig von Menschen eingesprochen und zwar so, dass man es hört. Kindern wird das aber wohl kaum auffallen.

Jetzt kann Weihnachten kommen… (4.5/6)