Bad Sisters (2022)

Besagte BAD SISTERS, die Schwestern Eva (Sharon Horgan), Grace (Anne-Marie Duff), Ursula (Eva Birthistle), Becka (Eve Hewson) und Bibi (Sarah Greene) Garvey, sind unzertrennlich. Der Tod ihrer Eltern hat die Fünf zusammengeschweißt. Die traute Harmonie der Schwestern wird immer wieder von Schwager JP (Claes Bang) gestört, der mit Grace verheiratet ist. Nach JPs Tod gibt es Untersuchungen des Versicherungsmaklers Thomas Claffin (Brian Gleeson) und dessen Bruder Matthew (Daryl McCormack). Thomas findet immer mehr Widersprüche heraus und stellt schließlich die Frage, ob der Tod vielleicht gar kein Unfall war, sondern ein erfolgreicher Mordanschlag.

Szenenbild aus BAD SISTERS - Eva (Sharon Horgan) wird von JP (Claes Bang) bedroht. - © Apple TV+
Eva (Sharon Horgan) wird von JP (Claes Bang) bedroht. – © Apple TV+

Vor und nach dem Tod

BAD SISTERS ist eine irische Adaption der belgischen Serie CLAN. Wie die belgische Vorlage besteht BAD SISTERS aus 10 Folgen. Das offensichtlichste Stilmittel der Serie ist der Zeitsprung. Die Geschichte springt vor und zurück. Dabei ist es aber nicht immer eine klassische „vor dem Tod“-„nach dem Tod“-Aufteilung, sondern es gibt auch Folgen, wo beide Erzählstränge vor dem Tod von JP spielen. Diese Zweiteilung ermöglicht die Hintergründe und Verwicklungen der einzelnen Figuren besser nachzuvollziehen. Relativ schnell kommt heraus, dass jede der Schwestern einen Grund gehabt hätte, den Mann umzubringen. Und gerade deshalb endet jede Folge mit einem Cliffhanger.

Szenenbild aus BAD SISTERS (2022) - Matthew (Cory McCormack) und Thomas Claffin (Brian Gleeson) untersuchen den Fall. - © Apple TV+
Matthew (Cory McCormack) und Thomas Claffin (Brian Gleeson) untersuchen den Fall. – © Apple TV+

Spannend und leer zugleich

Obwohl diese Serie qualitativ sehr hochwertig produziert wird, fühlt sie sich trotzdem an manchen Stellen „leer“ an. Das liegt vielleicht auch an Claes Bang, der zwar überzeugend und voll Spielfreude den Antagonisten verkörpert, aber wenig Charakterentwicklung hat. Er ist einfach der Böse, den alle furchtsam anschauen, sobald er den Raum betritt. Und so geht es dir auch als Zuschauerin. „Oh nein, der Böse ist in der Nähe. Gleich passiert wieder irgendwas Schlimmes.“ war häufig mein Gedanke. Und dann ist auch was Furchtbares passiert, was die Serie auf Dauer etwas vorhersehbar macht. Durch diesen eindimensionalen Gegenspieler wird man auch unterbewusst beeinflusst. Man ertappt sich immer wieder bei dem Gedanken, dass JP den Tod doch verdient hätte. Die Serie rechtfertigt dadurch das Handeln der Figuren als legitimes Mittel, was ich etwas zweifelhaft finde. Nach einigen Episoden hatte ich schon eine Theorie, wer für den Tod von JP verantwortlich sein könnte, und diese Vermutung hat sich dann auch bewahrheitet. Also auch was den Mörder oder die Mörderin angeht, ist die Serie ein bißchen vorhersehbar. Was aber die konkreten Umstände des Todes angeht, habe ich bis zur Finalfolge im Dunkeln getappt.

Szenenbild aus BAD SISTERS (2022) - Die Schwestern - © Apple TV +
© Apple

Atmosphärisch mit starker Besetzung

Das Ensemble ist einfach phänomenal gut. Claes Bang habe ich ja schon lobend erwähnt, aber im Prinzip sind alle Rollen großartig besetzt, selbst in den kleinsten Nebenrollen. Hier hat jeder mindestens eine Szene, in der er oder sie glänzen kann. Eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt auch die Szenerie. Die Serie spielt um Umland von Dublin. Einige Locations wie z.B. das Seebad Forty Foot in Sandycove werden nicht nur namentlich erwähnt, sondern sind auch Drehorte. Und weil diese Landschaft dort eben sehr schön ist, hat man auch in Zwischensequenzen immer etwas zu schauen. BAD SISTERS erfindet das Rad nicht neu, macht aber auch nicht wirklich etwas falsch.

8/10

Bewertung: 8 von 10.

BAD SISTERS ist über Apple TV+ abrufbar. Die Folgen wurden im Zeitraum von Mitte August – Mitte Oktober 2022 auf Apple TV veröffentlicht.

Trailer: © Apple TV

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