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Kritiken zu Filmen, Serien und NT Live-Übertragungen

Abenteuerfilm, Liebesfilm, Science-Fiction

The Host (2013)

© Concorde

Manche mögen’s weiß – und silber!

Der letzte TWILIGHT-Teil ist Ende November 2012 in den deutschen Kinos angelaufen, und um die starke Nachfrage an Teenie-Literaturverfilmungen von Autorin Stephenie Meyer zu befriedigen, kam kein Dreivierteljahr später schon der auf ihrem Buch „The Host“ basierende Film „Seelen“ in die Kinos. Darin haben Aliens die Erde übernommen, indem sie in die Körper der Menschen eingedrungen sind. Es herrscht seither weltweiter Frieden und Umweltprobleme gehören der Vergangenheit an. Einige wenige Menschen verstecken sich vor den Suchern, die das Land nach ihnen durchforsten um auch ihnen die sogenannten „Seelen“ einzupflanzen. Melanie Stryder (Saoirse Ronan) ist eine von ihnen. In einem verlassenen Hotel wird sie von den Suchern aufgegriffen und gefangen genommen. Ihr wird die Seele „Wanderer“ eingesetzt, die seitdem Melanie als mahnende Stimme in ihrem Kopf hat. Wanderer kramt in der Erinnerung von Melanie herum um weitere Menschen zu finden und erstattet der Sucherin (Diane Kruger) Bericht. Aber Melanie gelingt es teilweise die Kontrolle über ihren Körper wiederzuerlangen. So greift sie bei einem gemeinsamen Spaziergang die Sucherin an, die daraufhin anordnet, dass Wanderer in einen anderen Körper eingesetzt wird. Melanie möchte das verhindern und überredet Wanderer zur Flucht.

Zwei im Körper von einer – © Concorde Home Entertainment

Leider entpuppt sich die ganze Geschichte wieder als die für Meyer typische komplizierte Dreiergeschichte – ein Mädchen, zwei Jungs -, die man schon aus TWILIGHT kennt. So kann sich auch schon jeder ausmalen, dass es am Ende wieder ein Happy End gibt und dann wieder alle glücklich und zufrieden sind. Nach einem recht knackigen Einstieg beginnt der Film sich kaugummiartig in die Länge zu ziehen. Die Rückblenden sind alle mit einem weichen Rand umgeben. Man sieht Küsse im Regen, Küsse am Feuer und Küsse, die mit einer Ohrfeige enden. Es wird also wieder ordentlich auf die Tränendrüse des weiblichen Teenie-Publikums gedrückt. Die Sucher sind meistens in weiß gekleidet und in silbernen Edelstahlkarossen unterwegs, damit man sie auch schön noch kilometerweit sehen kann. Der Off-Kommentar von Melanie ist zu Beginn noch erträglich,  wird aber mit zunehmender Länge zur wahren Qual. Dies erscheint aber weniger ein filmisches Stilmittel (der Zuschauer kann sich wie Wanderer fühlen), sondern ist einfach nur schlecht gemacht.

Die Sucher – © Concorde Home Entertainment

Saoirse Ronan ist zwar eine durchaus glaubwürdige Hauptfigur, hat aber bislang in anderen Filmen schon bessere Leistungen abgeliefert. Auch Antagonistin Diane Kruger bleibt hinter den Erwartungen zurück. Der (vermeintliche) Wendepunkt ihrer Figur wird zu schnell übergangen und daher hatte Kruger auch keine Chance der Sucherin mehr Kontur zu geben. Die beiden Jungs (Max Irons und Jake Abel, den man bereits von PERCY JACKSON kennt) sind süß, wirken aber auch irgendwie austauschbar, da auch bei ihren Figuren wenig Substanz sichtbar wird. Insgesamt alles sehr durchwachsen und seelenlos.

Seelenlose Teenie-Schnulze (2/6)

© Concorde 

  1. An

    Ich stimme dir zu, aber hast du das Buch gelesen? Das ist tausendmal besser. Das kommt im Buch alles ganz anders rüber und es werden noch ein paar andere Aspekte angesprochen, bzw. überhaupt gibt es mehr Handlung, die Charaktere sind viel interessanter, es wird ihnen Zeit gelassen sich zu entwickeln sowie dem Leser sie kennenzulernen und die „Seelen“ sehr viel weniger die typischen Aliens.

    • Nein, ich habe nicht das Buch gelesen. Und ich finde auch nicht, das man das bei einer Buchverfilmung unbedingt getan haben muss. Ich sehe den Film als eigenständiges, vom Buch unabhängiges Werk.

      • An

        Klar muss man das nicht und es ist auch gut, den Film als eigenständiges Werk zu betrachten. Aber ich finde es immer schade, wenn ein tolles Buch, das als Vorlage diente, eben durch den schlechteren Film mit runtergezogen wird, weil viele das nicht so getrennt betrachten.

  2. Als ich den Film in deutscher Sprache gesehen habe, kam ich zu ähnlichen Schlüssen wie du 😉 Irgendwie ist die Wirkung in englischer Sprache eine ganz andere… warum auch immer!

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