The OA – 1. Staffel (OmU, 2016)

Szenenbild aus THE OA - Prairie (Brit Marling) erkennt ihre Mutter nicht. - © Netflix

#SaveTheOA. Über diesen Hashtag bin ich das erste Mal indirekt über diese Netflix-Serie gestolpert. Der Aufschrei über das abrupte Ende hat damals selbst mich erreicht. Inzwischen bin ich endlich dazu gekommen diese Bildungslücke zu schließen. Sieben Jahre, nachdem die blinde Prairie Johnson (Brit Marling) spurlos verschwunden ist, kehrt sie völlig unerwartet wieder nach Hause zurück. Aus unerklärlichen Gründen kann sie plötzlich sehen. Ihr Umfeld, in dem sie einige für ein Wunder, andere aber für eine Verrückte halten, versucht derweil herauszufinden, was genau mit ihr in den vergangenen sieben Jahren geschehen ist. Ihre Eltern (Alice Krige und Scott Wilson) sowie der Trauma-Therapeut Elias (Riz Ahmed) stehen vor einem Rätsel. Prairie schildert schließlich fünf Bekannten die Geschichte ihres Verschwindens. OA, wie sie sich inzwischen nennt, erzählt auch von Dr. Hunter Percy (Jason Isaacs), einem Wissenschaftler, der Prairie zusammen mit vier anderen in einem unterirdischen Kellerverlies gefangen hielt.

Szenenbild aus THE OA - 1. Staffel - Renata (Paz Vega) findet sich mit vier anderen in einem unterirdischen Gefängnis wieder. - © Netflix
Renata (Paz Vega) findet sich mit vier anderen in einem unterirdischen Gefängnis wieder. – © Netflix

Aufregung unter der ruhigen Oberfläche

THE OA zeichnet sich durch eine sehr ruhige, schon fast meditative Erzählung aus. Die ersten beiden Folgen hatten keine besondere Sogwirkung auf mich, sodass ich die Folgen auch nur sehr stückchenhaft konsumiert habe. Da mal 20 Minuten, zwei Wochen später wieder ein bißchen mehr. Und hätte eine → OA-begeisterte Bloggerkollegin nicht schon im Vorfeld so viel Enthusiasmus gezeigt, hätte ich wohl nicht weitergeschaut. Aber ich wollte erfahren, woher die Begeisterung kommt. Ab Folge 3 stellte sich diese in kleinen, zaghaften Schritten auch bei mir ein. Prairie stellt sich als unzuverlässiger, parteiischer Erzähler heraus und manche ihrer Geschichten sind im Bereich der Esoterik und des Fantastischen angesiedelt. Es bleibt dem Zuschauer selbst überlassen, ob er sich darauf einlassen möchte. Mir persönlich war es irgendwann egal, was OA erzählt hat. Ich habe einfach einfach fallen lassen. Genau wie ihre fünf Freunde, die sich Abend für Abend zusammenfinden, um ihrer Geschichte zu lauschen. Seit geraumer Zeit weiß ich ja, dass es nicht viel braucht um mich zufriedenzustellen: nur eine gute Geschichte und einen fantastischen Erzähler. Brit Marling ist eben diese großartige Erzählerin, der ich einfach gerne zuhöre.

Szenenbild aus THE OA - 1. Staffel - Dr. Hunter Percy (Jason Isaacs) versucht herauszufinden, was nach dem Tod kommt. - © Netflix
Dr. Hunter Percy (Jason Isaacs) versucht herauszufinden, was nach dem Tod kommt. – © Netflix

Vielschichtige Erzählung und Charaktere

Regisseur Zal Batmanglij und Brit Marling, die auch für die Story mitverantwortlich war, haben hier ein fantastisches Ensemble gecastet. HARRY POTTER-Bösewicht Jason Isaacs und Phyllis Smith, die Stimme von Sadness aus INSIDE OUT, zählten für mich neben Brit Marling zu den bekannten Gesichtern. In Jason Isaacs „verliebe“ ich mich ja immer mal wieder – zuletzt in HOTEL MUMBAI – und trotz der klassisch antagonistischen Rolle des verrückten Wissenschaftlers, gelingt es ihm auch die inneren Widersprüche zwischen Mitgefühl für seine Opfer und dem eigenen Ehrgeiz glaubhaft zu verkörpern. Ich kann immer noch nicht ganz greifen, was den Reiz von THE OA ausmacht. Vielleicht muss man es einfach gesehen haben.

Bewertung: 5 von 6.

5/6 bzw. 8.5/10

Die erste Staffel von THE OA ist exklusiv bei Netflix verfügbar.

Trailer: © Netflix

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