Louis Salinger (Clive Owen) ist Interpol-Agent und auf der Spur dreckiger Geschäfte einer großen Bank IBBC (International Bank of Business and Credit). Er steht in Berlin am Flughafen und beobachtet seinen Partner beim Treffen mit einem Informanten. Als sein Partner dann aber wie aus heiterem Himmel zusammenbricht und stirbt, ist Salinger überzeugt, dass hier ein Mörder am Werk war. Kurz darauf stirbt auch der Zeuge und die Ermittlungen gehen wieder von vorne los. Die New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman (Naomi Watts) kommt ebenfalls an Bord und hat mit Salinger bereits eine neue Spur aufgenommen. Doch immer, wenn ein Licht am Horizont der Ermittlungen aufzutauchen scheint, schlagen die Mächtigen der Bank zu.

Der Film unter der Regie von Tom Tykwer ist traurigerweise sehr aktuell, ich möchte nur das Stichwort „Bankenkrise“ erwähnen. Zuerst einmal zur Handlung. Interpol-Agent und New Yorker Staatsanwältin im blutigen Kampf gegen eine international tätige Bank. Das ist der Stoff aus dem gute Filme sind. Die Geschichte wird in angemessenem Tempo erzählt, allerdings ist man sich an manchen Stellen nicht mehr bewusst, wer zu wem gehört, wer die Guten und wer jetzt die Bösen sind. Vielleicht war das auch so gewollt. Clive Owen spielt unter seinem Niveau. Er kann mehr, als durchs Guggenheimmuseum zu rennen und Leute abzuknallen. Die Banker kamen überhaupt nicht böse rüber. In ihren Nadelstreifenanzügen wirkten sie mehr unscheinbar als wirklich bedrohlich. Doch insbesondere das war sicher die Absicht des Regisseurs. Zu der Unnahbarkeit der Banker zähle ich auch dieses riesige Bankengebäude, dass sehr steril und durchdesignt ist. Schon nach der Hälfte des Filmes war der Zuschauer an mindestens 5 Orten, gut ausgewählten Orten, die perfekt zum Film passen. Egal ob ein regnerischer Tag am Berliner Hauptbahnhof oder eine Verfolgungsjagd über die Dächer von Istanbul. Einfach top.

Ein interessanter Film, der aufgrund seiner schwächelnden Schauspieler ein bisschen an Überzeugungskraft verliert, dies allerdings mit einer topaktuellen Handlung wieder wettmacht, die zum Nachdenken anregt. (4/6)

Trailer: © Sony Pictures