Lachen und Staunen

In dieser Zeit der Sequels und Remakes gibt es eigentlich wenig Fortsetzungen auf die ich mich ehrlich und aus ganzem Herzen freue. Einer dieser Filme war aber die Fortsetzung zu DIE UNFASSBAREN. Ein Jahr ist inzwischen vergangen und die vier Reiter halten sich bedeckt. Hanley hat die Gruppe inzwischen verlassen. Danny Atlas (Jesse Eisenberg), Jack Wilder (Dave Franco) und Merritt McKinney (Woody Harrelson) verbringen ihre Zeit in der Versenkung damit, ihre Tricks zu perfektionieren. Dylan (Mark Ruffalo) arbeitet immer noch für das FBI, hat aber Kontakt zu seinen drei Reitern, auch wenn er offiziell so tut, als würde er sie jagen. Da taucht plötzlich Lula (Lizzy Caplan) auf, die als Ersatz für Hanley in die Gruppe und in den Zauberergeheimbund „Das Auge“ aufgenommen wird. „Das Auge“ gibt Dylan, der als Verbindung zwischen Geheimbund und Magiertruppe agiert, den Auftrag für ein Comeback. Auf der Firmenpräsentation von Octa, einem Mobilfunkunternehmen, soll es soweit sein, doch die Zaubershow wird durch eine weitere Partei gestört. Bei der Flucht landen die Vier aus unerklärlichen Gründen in China. Dort treffen sie den undurchsichtigen Walter Mabry (Daniel Radcliffe), der die Zauberkünstler zwingt, einen Computerchip zu stehlen. Von seinen Schützlingen getrennt, muss Dylan ausgerechnet den Mann um Hilfe bitten, den er ins Gefängnis gebracht hat: Thaddeus Bradley (Morgan Freeman).

Thaddeus Bradley (Morgan Freeman) – © Concorde

Eine gelungene Zaubershow

Im Presseheft steht, man habe mithilfe von professionellen Magiern Illusionen erzeugen wollen, die man vor der laufenden Kamera ausführen kann. Zitat „Zusätzliche Spezialeffekte kamen dabei kaum oder auch gar nicht zum Einsatz.“ Auch wenn der steigende Regen nach CGI aussieht, so ist es doch mit den richtigen Hilfsmitteln möglich. Highlight ist definitiv der Diebstahl des Datenchips aus einem hermetisch abgeriegelten Raum. Es dauerte eine Woche die fünfminütige Sequenz zu drehen, doch die war es wirklich wert. Trotzdem gibt es genügend Logiklöcher, die aber nicht schwer ins Gewicht fallen. Im ersten Teil wurde das Publikum verzaubert und wusste lange nicht, dass Dylan ebenfalls ein Magier ist. Im zweiten Teil wird dieses Grundprinzip umgekehrt und plötzlich werden die Zauberer reingelegt und müssen herausfinden, wie es soweit kommen konnte. Auch Dylans Kindheitstrauma – der Tod seines Vaters – wird mehrfach aufgegriffen. Obwohl Mark Ruffalo diesen Teil von Dylans Persönlichkeit gut herauskitzelt, wirken einige Momente etwas zu gewollt dramatisch wenn in kurzen Rückblenden noch einmal der Vater und der missglückte Comebackversuch gezeigt werden. Wenig gelungen ist auch der Subplot der Privatsphäre. Die Reiter stehlen einen Chip mit einem Programm, dass alle Bürger ausspionieren und ausfindig machen kann. Es folgt eine Ansprache zum Thema Privatsphäre und die Wichtigkeit ebendieser. Diesen moralischen Subtext hätte es eigentlich nicht gebraucht.

„Unser Trip zu Macau“ – © Concorde

Neue Mitspieler

Aufgrund ihrer Schwangerschaft konnte Isla Fisher nicht mehr ihre Rolle als Hanley Reeves übernehmen. Eine Erklärung für ihre Abwesenheit liefert der Film ebenso wie einen Grund für das Hinzufügen von Lizzy Caplan zum Stammcast. Caplan, die den meisten Zuschauern noch unbekannt sein dürfte, bekommt nun die Chance zu glänzen und das tut sie. Sie fügt sich gut in die Männerriege ein und sorgt durch ihre überschwängliche, teils überdrehte Art für frischen Wind in der Reihe. Auch Daniel Radcliffe, der als ehemaliger Zauberlehrling natürlich prädestiniert ist für eine Nebenrolle in einem Film über Magie und Zauberkunst, bringt frischen Wind in die Geschichte, allerdings nimmt man ihm nicht immer den Bösewicht ab. Auch Woody Harrelson taucht dieses Mal zusätzlich noch in einer Doppelrolle als sein eigener Zwillingsbruder auf. Unfassbar komisch. Die Chemie zwischen den Schauspielern ist greifbar und deren Spaß überträgt sich auch auf den Zuschauer. DIE UNFASSBAREN konnten noch eine Schippe drauflegen und ein dritter Teil ist auch nur eine Frage der Zeit.

(5/6)

Trailer: © Concorde