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Meinung

Media Monday #342

Header vom Media Monday 342

Es ist wieder Montag, also hier ohne große Umschweife der Media Monday 342 vom → Medienjournal Blog.

Media Monday #342
  1. Rollenklischees und Stereotypen werden in den letzten Jahren immer häufiger Thema von gesellschaftlichen Debatten und das finde ich gut. Egal, ob man jetzt über die Frauenrollen im Film diskutiert oder über Whitewashing – ich finde es gut, wenn es überhaupt solche Diskussionen darüber gibt.
  2. Wenn mein Medienkonsum noch mehr zunimmt, bräuchte ich mehr Zeit um Arbeit und Privatleben unter einen Hut zu bekommen.
  3. Mein umfangreiches unnützes Wissen über Filme, Schauspieler, Regisseure und Dreharbeiten-Trivia ist wäre einer der Punkte, weshalb man mich einfach mögen muss. 😉
  4. Das Ritual, zu bestimmten Anlässen bestimmte Filme zu schauen respektiere, aber praktiziere ich nicht.
  5. Das Mainstreamkino baut wirklich von Jahr zu Jahr weiter ab, schließlich ist es voll mit immergleichen Superheldengeschichten und bietet kaum noch Innovationen und Überraschungen. 
  6. Ein Buch, bei dem ich immer noch nicht weitergelesen habe, obwohl es auf meinem Nachtisch und somit recht offen herumliegt, ist „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ von François Truffaut. War ein Weihnachtsgeschenk.
  7. Zuletzt habe ich eine Zumba-Probestunde gemacht und das war zwar sehr anstrengend (weil ich schon lange keinen Sport mehr gemacht habe), aber auch großartig , weil ich entgegen meiner Erwartungen von Anfang bis Ende durchgehalten habe und nicht schon nach 15 Minuten keuchend in der Ecke lag.

© Giphy

 

  1. Du arbeitest nicht im Medien-/Filmbereich? Davon wäre ich bei dir fast ausgegangen.

    • Leider nicht. Es wäre wirklich großartig für das viele Filmeschauen bezahlt zu werden (oder zumindest für das Kritikenschreiben). Tagsüber bin ich Miss Moneypenny (Assistentin vom Chef), nach Feierabend dann Anton Ego (RATATOUILLE-Kritiker-Referenz, aus Ermangelung eines passenden Begriffs für eine berufstätige Frau, die in ihrer Freizeit über Filme bloggt).

      • Das „Problem“ dabei ist nur, warum sollte die Filmindustrie (oder die Leser) dafür zahlen, wenn wir das eh alle kostenlos machen? 😉

      • Ja, das ist das leidige Thema um die finanzielle Zukunft der Filmkritik. Ich denke, auf lange Sicht wird mein Blog kostenlos bleiben, aber ich muss mir irgendwas einfallen lassen, schließlich ist das auf Dauer ein teures Hobby (Serverkosten, Kinotickets…). Nicht zu vergessen die Zeit, die ich investiere. Bei mir wird es wohl auf Affiliate Links hinauslaufen. Bannerwerbung fände ich zu dominant und störend.

        Das Hauptproblem ist einfach, dass es keinen „Stimmen“ in der deutschen Filmlandschaft gibt. Also Kritikern, denen zugehört wird, die regelmäßig in Interviews und Paneldiskussionen ihre Meinung kundtun, die tatsächlich einen Unterschied machen. Und selbst wenn es diese Kritiker gibt, dann habe ich von denen noch nichts gehört (was nicht für die deutsche Filmkritik spricht).

        Ich überlege ja selbst immer wieder, wie man das ändern kann. Ich habe immer den Eindruck, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Daher habe ich ja „Filmische Objekte“ ins Leben gerufen, damit einfach mehrere Filmblogger mal zusammenkommen und an einem Projekt arbeiten – und sei es nur virtuell. Auf lange Sicht wäre es aber auch sinnvoll, dass die Filmpodcaster mal mit den Schreibern reden und die dann mit den Film-Vloggern und dass sich da mal so etwas wie eine stabile Community aufbaut. Stattdessen habe ich in den letzten 12 Monaten drei Abschiedsposts gelesen. Von Bloggern, die entweder eine Pause einlegen wollen oder ganz aufhören. Das finde ich einfach unfassbar schade.

      • Filmpodcaster und Vlogger finanzieren sich meist ja schon ganz gut durch Werbung oder immer stärker auch durch Crowdfunding à la Patreon. Das ist beim geschriebenen Wort noch nicht angekommen bzw. wird es, so befürchte ich, auch nicht mehr, da Content eben immer mehr audiovisuell konsumiert wird.

        Mir kommt es bei einem Filmkritiker weniger auf das Fachwissen oder die Medienpräsenz an, als darauf, wie ich seinen oder ihren persönlichen Geschmack im Vergleich zu meinem einschätzen kann.

        In meinen 11 Jahren des Bloggens habe ich auch schon viele Blogger kommen und gehen sehen. Was krass zugenommen hat, sind wirklich Podcasts.

      • Aber lohnen sich Podcasts? Da wird es eine Handvoll geben, die wirklich gut davon leben können, und der Rest podcastet für das große Nichts, oder? (Ich bin da überhaupt nicht im Stoff, also korrigiere mich, wenn mein Eindruck täuscht.) Ich habe beschlossen keinen Podcast und auch keinen Vlog aufzumachen, weil das erstens nicht „mein Medium“ ist und zweitens brauche ich keinen Podcast machen, wenn alle einen Podcast machen. Dennoch fände ich es gut, wenn die Podcaster mal die Schreiber als Gäste einladen würden oder wenn es da gemeinsame Projekte geben würde. Ich zumindest wäre dafür offen.

      • Klar, es können nur die großen Podcasts davon leben. Doch auch die kleinere finanzieren zumindest ihre Serverkosten usw. Für mich selbst wäre das auch nichts, da ich es viel zu sehr liebe zu schreiben und nicht gerne vor dem Mikro oder der Kamera stehe. Es zeigt sich aber auch, dass gerade die crossmediale Präsenz wichtig ist (Instragram Stories, Twitter, Podcasts, Videos usw.) — muss einem aber auch liegen.

        Was Podcasts angeht, so befinden die sich schon sehr in ihrer Filterblase, jedoch kenne ich auch ein paar Filmpodcasts, die bestimmt offen wären, Filmblogger mit einzubeziehen.

      • Kannst du Namen nennen? Dann würde ich mich mit denen mal in Verbindung setzen.

      • Der Second-Unit-Podcast von Christian Steiner (habe ich schon persönlich kennengelernt, ist sehr nett) ist ein Paradebeispiel. Jede Episode wird mit unterschiedlichen Gästen jeweils ein Film besprochen. Finde ich famos.

        Ansonsten vielleicht das Extended-Format von Nerdtalk, in dem Phil stets ein Interview mit jemandem aus dem Filmumfeld führt (letzte Woche z.B. jmd. von der Filmförderung).

  2. Punkt 3 hört sich gut an, ebenso die Nr. 5 🙂 🙂

  3. Punkt 2 kommt mir bekannt vor – der Tag hat einfach zu wenig Stunden bzw. die Woche zu wenig Tage.

    Ich frage mich ja seit jeher, wie das diese Kandidaten bei z. B. ehemals „Schlag den Raab“ machen, die immer angeblich gleich zwei Dutzend Hobbys haben. Die können das doch alles nur oberflächlich betreiben …

  4. Gnislew

    Eine weitere Woche die beweist, dass die Entscheidung dich in meinen RSS-Reader aufzunehmen richtig war.

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