Um einen Film überhaupt drehen zu können, braucht man ein gewisses Startkapital. Aus eigenen Mitteln könnten wohl nur die wenigsten Filmemacher ihren Film finanziell stemmen, daher gibt es Filmförderungsanstalten.

Grober historischer Abriss

In der Frühzeit genoss der deutsche Film weltweite Anerkennung aufgrund Regisseure wie Fritz Lang, Ernst Lubitsch oder Friedrich Wilhelm Murnau. Mit dem Ende der Stummfilmzeit kam es zu einer Marktverkleinerung in Deutschland, was hauptsächlich auch daran lag, dass bedeutende Regisseure (u.a. aus Angst vor dem Naziregime) das Land verließen. Zur Zeiten des Nationalsozialismus unterstand die komplette Filmbranche dem „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ und war damit in staatlicher Hand. Dachgesellschaft war die Ufa-Film GmbH bzw. der Ufi-Konzern (bis 1945). Hauptziele waren nationalsozialistische Propaganda und Unterhaltung. Daran orientierte sich natürlich auch die Förderung. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die zentralisierte und monopolisierte Stellung der Ufa aufgelöst und viele Kinofilme wurden zunächst mit Bundesbürgschaften unterstützt, da es Exportprobleme deutscher Filme und eine starke Konkurrenz aus dem Ausland gab. Zunächst durften aber nur Produzenten einen Antrag auf Bürgschaft stellen (1950-1953). In einer zweiten Welle (1953-1955) wurde die Einzelprojektverbürgerung aufgehoben, danach konnten nur noch Filmstaffeln von mindestens vier Filmen eingereicht werden. Beide Bürgschaften hatten ein Volumen von 100 Millionen DM, sorgten aber auch für einen Verlust von 32 Millionen DM. 1967 wurde das Filmförderungsgesetz verabschiedet, welches die Grundlage zur Errichtung der Filmförderanstalt (FFA) bildete. Ende der 70er Jahre begannen auch die Bundesländer eigene Förderanstalten zu errichten um ihre eigenen Produktionsstandorte zu unterstützen. In der DDR wurde die Filmbrache wieder unter der Deutsche Film AG (DEFA) zentralisiert. Nach der Wiedervereinigung wurde die DEFA von der Treuhandanstalt verkauft.

Förderrichtlinien

Jede Filmförderungsanstalt kann selbst festlegen, welche Art von Filmen sie fördern möchte und wie diese definiert werden (z. B. Mindestdauer, keinen gewerblichen Zweck, nur Debütfilme/Nachwuchsförderung, bei regionalen Filmförderungen häufig Bezug zum Bundesland…). Wenn man sich mal durch die Förder- und Vergaberichtlinien klickt, findet man allerhand Interessantes. So fördert die Filmförderung Hamburg Schleswig Holstein nur „wirtschaftlich erfolgversprechende Filmproduktionen“ (was anderes wäre auch unrentabel), die hessische Filmförderung fordert ausdrücklich einen „Hessenbezug“ und wer von der Film- und Medienstiftung NRW Geld für einen Kinofilm möchte, verpflichtet sich dazu, dass die „deutsche Kino‐Erstaufführung geförderter Kinofilme […] in Nordrhein‐Westfalen erfolgen [muss]„. Das kann übrigens komische Blüten treiben. Wenn ein Film von zwei Landesförderanstalten Geld erhalten hat, die beide diese Klausel in ihren Förderrichtlinien haben, muss es auch zwei Premieren geben. Und die kosten auch zweimal Geld. Mein persönliches Highlight ist allerdings das Filmbüro Franken. Da steht tatsächlich: „Was wir nicht fördern: Hochschulprojekte (z. B. Semester- oder Abschlussarbeiten). Wir können nicht die Löcher stopfen, die das Bay. Kultusministerium hinterlässt.“ Selten sah man die Mentalität einer Region besser in den Förderrichtlinien verewigt.

Exkurs: Kinoförderung

Es ist auch möglich, dass man als Kinobetreiber bei  der FFA Fördermittel beantragen kann. Es gibt Förderung beispielsweise zur Modernisierung und Verbesserung von Kinos sowie zur Neuerrichtung, wenn sie der Strukturverbesserung dient, zur Verwirklichung beispielhafter und Erprobung neuartiger Maßnahmen im Bereich der Kinos und zur Beratung vom Kinos. Weitere Gründe und die Förderbedingungen finden sich im §§ 56 Filmfördergesetz.

Kritik an der deutschen Filmförderung

Kritisiert wird häufig, dass „Steuermillionen für schlechte Filme“ ausgegeben werden. Es gebe zu viele Filme, die gefördert werden, letztendlich aber nie im Kino landen. Zudem seien die Produzenten zu sehr durch die Förderung finanziell abgesichert, dass sie keinen Reiz mehr haben, wirtschaftlich erfolgreiche Filme zu produzieren. Ein weiteres Problem sind die strengen Vorgaben der einzelnen Bundesländer. Es gehe den Förderanstalten mehr darum, wieviel Fördergelder in der eigenen Region bleiben, als um interessante Filme, die das Publikum sehen will. Ohne die deutsche Filmsubvention würden z.B. deutsch-amerikanische Koproduktionen wie CLOUD ATLAS oder THE MONUMENTS MEN gar nicht an (Original-)Schauplätzen in Deutschland gedreht werden, sondern dann lieber als Kulisse in den amerikanischen Studios nachgebaut werden. Außerdem gebe es unzuverlässliche Aufzeichnungen darüber, „ob die Darlehen der geförderten Filme von den Produzenten tatsächlich immer im vollem Umfange zurückgezahlt werden.

Bundesweite Filmförderung:

Regionale Filmförderung:

Lokale Filmförderung:

Sonstige: Förderfilm deutscher Kinderfilm e.V.  (bundesweite, aber auch regionale Förderung)…