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Meinung

Das Jahrzehnt der Fortsetzungen, Remakes und Reboots

Das Kinojahrzehnt 2010-2020 ist noch nicht vorbei, es ist gerade mal Halbzeit. Wer sich die aktuellen Kinotrailer einmal ansieht, stellt aber schnell eine Tendenz fest: dies ist das Jahrzehnt der Fortsetzungen, Remakes und Reboots. Filme, die jahrelang in der Versenkung verschwunden waren (und manche auch zu Recht!) bekamen ein Sequel. MAD MAX erlebt mit Tom Hardy ein Revival, ebenso öffnet auch die JURASSIC WORLD wieder die Pforte. Die TERMINATOR-Reihe wird fortgesetzt genau wie STAR WARS. Und jeder in der Branche weiß, dass das nicht gut ist. Steven Spielberg warnte bereits 2013 vor einer → Implosion der Filmindustrie, aktuell schimpft Dustin Hoffman über → den Qualiätsverlust des Kinos. Es ist bereits jetzt schon das Kinojahrzehnt des filmischen Wiederkäuens geworden.

© Youtube/Cinemasins Jeremy

Der Märchen-Hype

Gerade Disney setzt auf die immergleiche Masche: Zeichentrickklassiker werden zu Realfilmen. Bisher in der Planung: THE BEAUTY AND THE BEAST, WINNIE PUH,  DUMBO, MULAN und PINOCCHIO. Eine andere Form der Märchenfilme sind opulente Bibelfilme wie  NOAH und EXODUS von Paramount und Fox. Auch das ist nicht neu und war schonmal da.  Besonders in den 60er Jahren wurden zahlreiche Geschichten aus dem Buch der Bücher verfilmt. (→ Bibelfilm)

Licht und Schatten, © Disney

Maleficient (2014) –  © Disney

Der MARVEL-Effekt

Wäre MARVEL der einzige Anbieter von Superheldenfilmen gäbe es wahrscheinlich gar kein Problem. MARVEL würde sich – wie Disney bei der Familienunterhaltung – eine Nische schaffen, diese bedienen und alle wären glücklich. Doch leider färbt der überbordende Erfolg von MARVEL auch auf andere Studios ab. Jeder möchte natürlich etwas vom großen Kuchen abhaben. Und so produzieren auch 20th Century Fox, Sony und Warner Bros. Superheldenfilme, die den Markt völlig übersättigen. (Hier eine → grafische Übersicht mit alle geplanten Superheldenfilmen bis 2020, sortiert nach Studio). Ein weiteres Problem ist auch das „Ende des Endes“ (→ Das Ende des Endes – Wie Filmuniversen dem Film als eigenständiges Erlebnis schaden), welches von MARVEL perfektioniert wurde. MARVEL-Filme sind wie Fast-Food: Begeistert verschlingt man den neuen Film, nur um dann am Ende durch den Cliffhanger neuen Hunger zu bekommen.

Quelle: http://screenrant.com/wp-content/uploads/Marvel-Cinematic-Universe-Phase-3-Timeline.jpg

MARVEL’s Masterplan bis 2019: Quelle: http://screenrant.com/wp-content/uploads/Marvel-Cinematic-Universe-Phase-3-Timeline.jpg

Weitere Fortsetzungen, Remakes und Reboots in Planung

TERMINATOR: GENYSIS, FINDING DORI (Fortsetzung zu FINDET NEMO), JAMES BOND: SPECTRE, PLANET DER AFFEN, TRANSFORMERS 5, HUNGER GAMES – MOCKINGJAY PART 2, BEN-HUR, GHOSTBUSTERS…

Mein Appell

Disney Post

  1. Ja, dieses Jahr hat das echt ganz schön Überhand genommen, besonders bei Disney. Und bitte, bitte, bitte KEINE Mulan-Realverfilmung! Das macht mir meinen zweitliebsten Disney-Film völlig kaputt 🙁 Ich werde jetzt deinen Beitrag auf Facebook suchen und ihn 45259 mal liken 😀

    • Danke, das ist wirklich lieb, allerdings wird Disney wohl kaum auf mich oder dich hören. (So schön die Vorstellung auch wäre…) Die traurige Wahrheit ist doch, wir können nur etwas bewirken, wenn wir nicht ins Kino gehen. Wenn Filme floppen. Wenn die Produzenten Geld verlieren. Erst dann werden sie aufwachen. Aber jedem Filmfan tut es natürlich in der Seele weh NICHT ins Kino zu gehen.

  2. Die Remakeitis wird auf jeden Fall weitergehen, da die Produzenten keine Risiken mehr eingehen wollen. Auch Indie-Regisseur Larry Fessenden spricht davon, dass die eigentliche Hollywoodkrise eine ästhetische Krise ist. Er warnte davor, dass diese auch ein Zeichen für eine gesellschaftliche Krise sein kann, da immer mehr Filme ohne Inhalt präsentiert werden. Interessanterweise werden trotz dieser Remake-Strategie immer weniger Tickets verkauft. Ich nehme an, dass die Firmen vor allem in der jeweiligen DVD-Verwertung Kasse machen.

    • Werden wirklich weniger Tickets verkauft? Ich bin da nicht so sicher. Okay, die Streamingdienste werden immer populärer, aber doch auch nicht so stark, dass sich das auf die Kinotickets auswirkt, oder? Ich muss mal wieder Statistiken wälzen, damit ich mitreden kann. 😉

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