Mit Essen spielt man nicht

Diesen Spruch kennt jeder aus seiner Kindheit. Die Animatoren von Sony Pictures dachten aber offenbar darüber nach, was denn passieren würde, wenn man tatsächlich mit dem Essen spielen könnte. Denn ihr Protagonist Flint Lockwood (Stimme von Bill Hader) hat genau dieses vor. Er ist erfolgloser Erfinder auf der unbekannten kleinen Insel Affenfels, die hauptsächlich vom Fischfang lebt. Als allerdings die einzige Sardinenfabrik auf der Insel schließt, versinken ihre Bewohner in Tristes, weil sie ihre Sardinen nun selbst essen müssen. Abhilfe soll eine Maschine schaffen, die Wasser in Essen verwandelt. Währenddessen macht der Bürgermeister von Affenfels (Bruce Campbell) aus der Not eine Tugend und eröffnet kurzerhand einen Sardinenfreizeitpark, der Touristen anlocken soll. Die Wetterjournalistin Sam Sparks (Anna Faris) soll als Außenreporterin von diesem Ereignis berichten. Allerdings explodiert Flints Erfindung, hinterlässt eine Schneise der Verwüstung und fliegt schließlich wie eine Rakete in den Himmel. Die Bewohner von Affenfels sind entsetzt. Wurde doch soeben ihre letzte Chance auf ein glückliches Leben vernichtet. Auch Flint möchte seinen Laborkittel am liebsten an den Nagel hängen, doch dann geschieht das Unmögliche: es regnet Cheeseburger. Plötzlich ist Flint der Held der Stadt, aber sein Vater Tim (James Caan) traut dem Frieden nicht. Und damit hat er auch Recht, denn ein Spagetti-Orkan zieht auf, der die gesamte Stadt bedroht.

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FLEISCHIG MIT AUSSICHT AUF FLEISCHBÄLLCHEN ist eine dieser typischen „Hochmut kommt vor dem Fall“-Geschichten, die in einem sinnfreien Mensch-gegen-Maschine-Finale mündet. Optisch macht das Essen, insbesondere gegen Ende des Films einen guten Eindruck, wenn beispielsweise ein Spagetti-Bolognese-Orkan über die Stadt hinwegfegt. Allerdings vergeht einem irgendwann auch der Appetit, denn mutierte Hähnchen und ein Lebensmittelmüllberg sehen vielleicht gut aus, hinterlassen aber auch in der Masse auch Ekel. Die Handlung ist genauso abgedreht wie seine chaotischen Protagonisten, allerdings auch an mehreren Stellen nicht konsequent genug. Der Film vermischt eine Fantasieinsel mit Fantasieessen mit „normalen“ Leuten und echten Schauplätzen wie London oder New York. Desweiteren tauchen plötzlich die lebensrettenden Requisten aus dem Nichts auf und es wird so getan, als hätte der jeweilige Charakter diesen Gegenstand die ganze Zeit bei sich gehabt. Steve (Stimme von Neil Patrick Harris), der Affe, der ganz offensichtlich als lustiger Sidekick von Flint geplant war, funktioniert nicht so ganz, weil er zu wenig in die Handlung eingebaut wird und dadurch wie ein fünftes Rad am Wagen wirkt.

Ekliger Nachgeschmack (2.5/6)

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